Erstellt am 06. Februar 2018, 01:00

von Claus Stumpfer

Panthers schreiben Geschichte. Mit einem Sieg über Oberndorf gelang St. Pöltnern erstmals in der 2. Bundesliga der Einzug ins Obere Play-off.

Leitgeb und Ratheyser wurden punktgleich von den Fans zum „Man of the Match“ gewählt.  |  NOEN

Zwei Spiele standen am Wochenende für die Panthers am Programm und die Nervosität war groß. Spielertrainer Manuel Leitgeb und seine Mannen wussten: „Gewinnen wir beide Begegnungen, dann ist uns der Einzug ins Meister-Play-off nicht zu nehmen!“

Los ging’s am Samstag daheim gegen Oberndorf. Und gleich im ersten Satz zeigten die Panthers, wer der Herr im Hause ist. Leitgeb und Co konnten sich rasch einen schönen Vorsprung herausspielen, den sie bis zum Satzende verwaltet haben — 25:16.

Aber wer damit gerechnet hatte, dass dieses Match ein schnelles Ende nehmen würde, der irrte gewaltig. Die Gäste kamen im zweiten Satz wie verwandelt auf den Platz. „Sie waren extrem unangenehm zu spielen, weil sie völlig unkonstant zu Werke gingen — einmal sehr aggressiv, und dann wieder passiv“, erzählt Leitgeb. Und immer wenn die Oberndorfer volles Risiko nahmen, dann wurde es für die St. Pöltner eng. Im zweiten Satz waren wir dadurch echt von der Rolle. „All die Elemente, die im ersten Satz zum Erfolg geführt hatten, funktionierten plötzlich nicht mehr“, klagt Leitgeb. Zur ersten technischen Auszeit 6:8 hinten, war man bei der zweiten aber wieder knapp vorn (16:15). Und bis zum 24:24 ging es hin und her. Dann hatten aber die Oberndorfer den längeren Atem — 24:26 aus Sicht der Hausherrn!

Und der Satzausgleich hallte im dritten Satz zunächst noch nach. Die Panthers starteten verhalten, konnten aber doch wieder Fuß fassen. Zum Ende hin wurde es zwar nochmals eng, aber mit Routine und der Power von den wieder einmal überragenden Fans konnte ein 25:23-Satzsieg gefeiert werden.

Nach Sieg noch an den Handys gezittert

Mit dem Wissen, dass bei einem 3:1-Sieg drei Punkte winken und damit vielleicht schon der Startplatz im Meister-Play-off sicher ist (bei einer gleichzeitigen Niederlage der Hot Volleys in Salzburg, die plötzlich auch möglich schien), gingen die St. Pöltner entschlossen in Satz vier.

Stefan Ratheyser wuchs als Libero oftmals über sich hinaus und wurde seinem Künstlernamen „Spiderman“ mehr als einmal gerecht. Manuel Leitgeb und Stefan Aigner haben mit ihren extrem starken Services die Gegner mächtig unter Druck gesetzt. Und auch die restliche Mannschaft wirkte sehr kompakt. Und trotz des unfassbaren Einsatzes der Oberndorfer konnten sich die Landeshauptstädter abermals durchsetzen — 25:18.

Danach sah man alle Spieler nur mehr auf ihre Handys starren, denn der direkte Konkurrent um den Einzug ins Play-off schaffte die Sensation —3:2-Sieg nach 1:2 über die Hot Volleys! USP St. Pölten stand erstmals in der Klubgeschichte im Meister-Play-off und kämpft um den Aufstieg in die 1. Bundesliga, unabhängig, ob sie am Sonntag in Salzburg gewinnen würden.

„Aufgrund dessen, dass bereits am nächsten Morgen um 6.30 Uhr Abfahrt zum Spiel in Salzburg war, wurde nur eine kurze ‚Trauerzeit‘ gegeben“, lacht Leitgeb. Tatsächlich fanden sich nach den Feierlichkeiten auch alle Spieler wie abgesprochen beim Treffpunkt zur Abfahrt nach Salzburg ein. „Der eine oder andere noch ein wenig verschlafen, aber alle waren da.“

Zwar ging Satz eins klar verloren, aber im zweiten unterlag man erst nach Kampf 24:26. Im dritten Satz drehte die USP richtig auf und siegte sicher mit 25:22. „Im vierten ging uns ohne Schlaf aber die Puste aus“, ließ Leitgeb trotzdem seiner Freude freien Lauf. „Einfach nur geil, dass wir um den Aufstieg spielen!“

Aber auch die Oldies durften letzte Woche jubeln. Ihr Cup-Spiel wurde strafbeglaubigt und somit stehen sie bereits im Semifinale!