Zwettl

Erstellt am 01. August 2017, 13:18

von Maximilian Köpf

Fast 500 Sportler auf Umfahrung. Traumwetter & einmalige Chance lockten Massen auf neue Umfahrung. Top-Leistungen bei Hitzeschlacht.

Im Nachhinein waren die Organisatoren von SC Zwickl Zwettl, RC Kosmopiloten und LC Werbeprofi fast ein bisschen traurig, dass der Sporttag auf der Zwettler Umfahrung eine einmalige Sache war. Das Event lockte im Vorfeld der offiziellen Eröffnung (siehe auch Seiten 2/3) am Sonntag fast 500 Sportler an.
Schon zeitig in der Früh schien den Radfahrern die Sonne, bei denen der erste Starter schon um 7.30 Uhr in seine 32km-Schleife ging. Unter den 262 Radlern, die sich den nigelnagelneuen Asphalt nicht entgehen lassen wollten, nicht zu schlagen war der 24-jährige Weissenbacher Johannes Hirschbichler. Mit einem Schnitt von 45,4 km/h brannte er die Bestzeit von 42:15min in die Umfahrung, distanzierte Verfolger Christian Lengyel um mehr als eineinhalb Minuten. Beste Waldviertler waren die Kosmopiloten Markus Stocklasser als 18. (47:29) und Klaus Becker als 21. (47:33).
Zielsprint bei Damen, Doppelsieg bei Herren
Die Pressbaumerin Sylvia Gehnböck war in 50:05min die schnellste Frau. Beste Waldviertlerin war Cornelia Krapfenbauer aus Zwettl (56:37) als Gesamt-Fünfte und U40-Dritte.
Das Feedback der Fahrer sei großartig gewesen, erzählte Kosmopiloten-Obmann Michael Bernhard der NÖN: „Außerdem war das Feld top besetzt.“ Unter anderem dabei war der mehrfache Paralympics-Champ Wolfgang Eibeck, der auch die Ü40-Zeitfahr-Klasse gewann. Oder der blinde Radsportler Patrick Bitzinger aus Groß Gerungs, Vierter der U40-Rennrad-Klasse.
Während die Biker am Vormittag das Traumwetter genießen konnten, wurde es zu Mittag hin bis zum Laufstart um 11.30 Uhr immer heißer. „Fast schon zu heiß“, sagte Zwickl-Obmann Reinhard Poppinger. „Der Asphalt hat die Hitze zurückgestrahlt, dazu kamen die langen Anstiege. Das war schon sehr anstrengend.“
Sechs Läufer mussten auch w.o. geben (siehe Randnotizen). Die übrigen 191 Läufer kamen abgekämpft ins Ziel. Für einen Schlussspurt hatten sich einige aber dann doch die Kraft aufgespart. Spannend wurde es bei den Damen. Auf dem Schlussanstieg biss Anna Holzmann rein und überholte ihre die gesamte Zeit führende Teamkollegin Conny Krapfenbauer. Das war aber zu früh. Im Zielkanal drückte Krapfenbauer noch einmal aufs Tempo, zog wieder vorbei und finishte in 41:40min, zwei Sekunden vor Holzmann.
Auf einen Zielsprint wär‘s auch bei den Herren hinausgelaufen. Die beiden Teamkollegen Matthias Aumayer und Oliver Kreindl (beide Tripower Freistadt) entschlossen sich aber, ex aequo durchs Ziel zu laufen. Das taten sie weit abgeschlagen. Über zwei Minuten hatten die beiden dem drittplatzierten Lokalmatador Alexander Bichl abgenommen, der in 37:57 finishte. Gefolgt vom LT-Gmünd- Duo Reinhard Helmreich und Andi Kainz.

Letzterer, triathlonerprobt, ließ sich auch das Zeitfahren nicht entgehen. Der Zwettler wurde dort in 48:39 Gesamt-32., was ihm mit seinen 39:16 vom Lauf den dritten Platz in der Kombiwertung einbrachte. Gewonnen hat diese Wertung, für die einfach die beiden Zeiten addiert wurden, der Laufzweite Oliver Kreindl vor Laufsieger Matthias Aumayr, der auf dem Rad eine gute Minute auf seinen Tripower-Kollegen einbüßte.

Bei den Frauen holte sich Sylvia Gehnböck nach ihrem Radsieg auch die Kombiwertung – gefolgt von zwei Zwettlerinnen: Conny Krapfenbauer und Silvia Kolm.

Angesichts des tollen Erfolgs des einmaligen Sporttags wurden am Sonntag Stimmen laut, die sich eine Wiederholung wünschten. Diesen erteilten sowohl Poppinger als auch Alexander Leutgeb vom LC Werbeprofi eine Absage: „Vorerst bleibt‘s beim einmaligen Sporttag.“ Die Kosmopiloten sehen für eine Wiederholung an der Zwettler Umfahrung ebenfalls keine Chance. „Aber“, so Bernhard zum Zeitfahren. „Vielleicht findet sich eine Alternative.“