Erstellt am 20. April 2017, 12:11

von Mario Kern

3.424 Wähler im Universitätsklinikum St. Pölten. Vier Listen stellen sich im Universitätsklinikum der Wahl.

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Der Wahlkampf verläuft ruhig, aber er läuft: Für die Betriebsratswahlen von Dienstag, 25., bis Donnerstag, 27. April, im Universitätsklinikum verteilen die Listen ihre Flugzettel und informieren über ihre Ziele. 3.141 Angestellte und 283 Arbeiter werden dann ihre Favoriten erstmals für die nächsten fünf Jahre wählen – mit einer Änderung des Wahlrecht wurde die Periode um ein Jahr verlängert.

Eine eindeutige Ausgangslage

Die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) hat vor vier Jahren bei den Angestellten mit der Liste Wolfgang Schrefl vier Mandate hinzugewonnen und hält bei 15 von insgesamt 19 Mandaten. Den Rest der Mandate teilen sich mit jeweils zwei Mandaten die Fraktion Christlicher Gewerkschafter und die Unabhängigen. Bei den Arbeitern hält die FSG bei vier, die FCG bei zwei Mandaten.

Mit zwölf Jahren Erfahrung als Betriebsrat geht Wolfgang Schrefl als Angestellten-Spitzenkandidat für die FSG/Liste Schrefl ins Rennen. Seine Ziele beschreibt er so: „Wenn wir ein Mandat hinzugewinnen, wäre das das achte Weltwunder. Wenn wir unseren Stand halten, wäre es eine Sensation, und wenn wir weiter für die Mitarbeiter des Klinikums wirken dürfen, eine Ehre.“ Ziel ist ausreichend Personal, um der Arbeitsverdichtung entgegenzuwirken.

„Alle teilen den Wunsch nach einer sinnbringenden Arbeitszeit.“ Für die Mitarbeiter müsse ein solides Umfeld geschaffen werden, schließlich seien die Jobs im Spital harte Berufe, in denen es um Leben oder Tod gehe. Auch eine gerechte Entlohnung für das Pflege- und Verwaltungspersonal steht auf Schrefls Agenda. Für die Arbeiter lässt sich erstmals Sabine Taborsky als FSG-Spitzenkandidatin aufstellen.

Mehr Mandate haben sich die FCG-Spitzenkandidaten der Angestellten Markus Traxler und Petra Exenberger als Ziel gesetzt. Auf ihrer Themenliste findet sich zuoberst die Forderung nach mehr Personal, um „die Belegschaft angesichts der vielen Langzeitkrankenstände und fehlender beziehungsweise später Nachbesetzung von Posten zu entlasten“. Zudem will die Liste im Hinblick auf den aktuellen Neubau und die Novelle im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz mit Rat und Tat zur Seite stehen. Für die Arbeiter steht Gerhard Pechal an erster Stelle bei der FCG.

Erneut mit seiner Unabhängigen-Liste am Start ist St. Pöltens Spitalsarztvertreter Wolfgang Walentich, Oberarzt in der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Er hofft auf hohe Wahlbeteiligung. „Wir wollen der Präsenz unserer Berufsgruppe entsprechend vertreten sein und weiter gut im Betriebsrat zusammenarbeiten.“

Samir Kesetovic hat wieder seine zuletzt mandatslose Grüne Liste bei Angestellten und Arbeitern eingereicht. Seine Themen: Mitarbeiter-Rechte stärken und eine bezahlte Mittagspause.