Erstellt am 01. April 2014, 11:11

Grabungen am St. Pöltner Domplatz fortgesetzt. Die archäologischen Grabungen auf dem Domplatz in St. Pölten sind nach der Winterpause am Dienstag fortgesetzt worden und damit in ihre fünfte Saison gestartet.

Dr. Ronald Risy schafft mit den gesetzlich vorgeschriebenen archäologischen Grabungen die Voraussetzung für die Neugestaltung des Domplatzes und die Erneuerung der Einbauten.  |  NOEN, Vorlaufer
Für dieses Jahr wurden in der Gemeinderatssitzung am Montag finanzielle Mittel in der Höhe von 870.000 Euro beschlossen. Parallel dazu laufen die Planungen für die Neugestaltung des Domplatzes weiter.

Domplatz steht unter Bodendenkmal


Die archäologischen Grabungen konzentrieren sich auf den südlichen Teil des Platzes. Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) erinnerte in einer Aussendung, dass der gesamte Domplatz vom Bundesdenkmalamt zum Bodendenkmal erklärt worden ist. Daher seien die archäologischen Arbeiten zwingend. Zudem würden die Ausgrabungen neue Erkenntnisse über die Geschichte der Stadt liefern.

20.000 Fundstücke geborgen


Allein im vergangenen Jahr wurden 902 Tonnen Erdmaterial händisch - mit Krampen, Schaufel, Pinsel und Kelle - abgegraben. Das Fundmaterial füllte etwa 110 Bananenkartons, die mehr als 20.000 Einzelstücke beinhalteten. Seit 2010 gab es zudem 1.111 Kleinfunde, 441 Münzen kamen zum Vorschein. Die Zahl der bisher geborgenen menschlichen Überreste lag zuletzt bei 4.600 Individuen, die alle anthropologisch untersucht wurden.

Weitere Grabungen in St. Pölten


Aber auch abseits des Domplatzes werden weitere zwölf archäologische Arbeiten im Gemeindegebiet von St. Pölten durchgeführt. Im Binderhof des Diözesangebäudes etwa wurden anlässlich der Trockenlegung der Nordmauer mittelalterliche Ofenanlagen und eine an einen römischen Wohnblock angrenzende Mauer entdeckt. Auch im Bereich des ehemaligen Dunantplatzes oder bei der Neugestaltung des Herrenplatzes kamen Reste aus der Römerzeit zum Vorschein.