Erstellt am 14. November 2017, 05:33

von Daniel Lohninger und Birgit Kindler

Die St. Pöltner Bezirks-Kandidaten stehen jetzt fest. VP, SP und FP beschlossen in der Vorwoche ihre Listen und stellten erste Themenschwerpunkte vor.

Matthias Adl präsentierte Markus Krempl-Spörk (von links) als Kandidaten für die Landtagswahl auf der Max-Schubert-Warte in Kapelln – dem Mittelpunkt von Niederösterreich.  |  NOEN, Kindler

Der Landtagswahlkampf kommt in die Gänge. In der Vorwoche stellten VP, SP und FP die personellen Weichen. Insgesamt geht es in Stadt und Bezirk St. Pölten diesmal um sechs Grundmandate.

Region St. Pölten soll zum fünften Viertel werden

Einstimmig beschloss die Volkspartei im Wahlkonvent die Reihung ihrer 15 Kandidaten. Das Spitzentrio Martin Michalitsch, Doris Schmidl und Markus Krempl-Spörk hat realistische Chancen, im nächsten Landtag zu sitzen. Die VP baut aber wieder auf das Vorzugsstimmensystem – damit hat theoretisch jeder der 15 Kandidaten die Chance auf ein Mandat. Aus der Stadt gibt es mit Krempl-Spörk nur einen Kandidaten, der allerdings dort alle Bünde als Unterstützer gewinnen konnte. VP-Stadtparteiobmann Matthias Adl stellte ihn in Kapelln vor, dem geografischen Mittelpunkt Niederösterreichs.

Krempl-Spörk kündigte an, im Wahlkampf Klartext reden und die Region St. Pölten zum fünften Viertel machen zu wollen: „Das fünfte Viertel soll zum ersten in NÖ werden.“ Mit fünf Regionstagen an fünf Orten, bei denen Wohnen, öffentlicher Verkehr, Kultur, Sicherheit sowie Wirtschaft und Arbeit thematisiert werden, will er das Bewusstsein dafür schaffen.

„Volle Kraft für unseren Spitzenkandidaten Franz Schnabl“

Die SP gab den Startschuss für den Wahlkampf bei einer Vorstandssitzung im Schloss Traismauer. „Volle Kraft für unseren Spitzenkandidaten Franz Schnabl“, forderte SP-Bezirksvorsitzender Matthias Stadler. Wahlkreis-Spitzenkandidatin ist Kathrin Schindele, auf Listenplatz zwei folgt Traismauers Bürgermeister Herbert Pfeffer. Fünf der fünfzehn Kandidaten sind aus der Stadt – keine andere Partei stellt mehr St. Pöltner auf.

Harald Ludwig, Herbert Pfeffer, Matthias Stadler, Kathrin Schindele und  |  NOEN, Robert Laimer starteten unter dem Motto „FRANZschaft“ im Schloss Traismauer in den Landtagswahlkampf.

Inhaltlich will die SP das Lup-Bussystem über die Stadtgrenzen hinaus entwickeln, sie fordert eine Voll-Universität für die Stadt, die Umsetzung der S 34, die Einführung der Widmungskategorie Sozialer Wohnbau sowie einen gratis Kindergartenbus in allen Gemeinden. Auch eine Portion Humor soll den roten Wahlkampf begleiten. Denn, so Regionalgeschäftsführer Harald Ludwig: „Geld und Angst haben wir nie gehabt, auch wenn die Möglichkeiten in Niederösterreich, eine Wahlkampagne auf Augenhöhe zu führen, nicht vorhanden sind.“

Erich Königsberger geht wieder für die FP ins Rennen

Die FP geht wieder mit Landtagsabgeordnetem Erich Königsberger in die Landtagswahl. Das beschloss der Bezirksvorstand in der Vorwoche, die Zustimmung des Landesvorstandes fehlt noch. Auf Listenplatz zwei ist der Herzogenburger Thomas Rupp.

Erich Königs-berger ist erneut FP-Spitzenkandidat.  |  NOEN, privat

Gerüchte über eine vereinbarte Halbzeit-Lösung dementiert Königsberger: „Werde ich in den Landtag gewählt, möchte ich die ganze Legislaturperiode bleiben.“ Der schwelende Konflikt zwischen Stadt und Bezirk sei ausgeräumt, unterstreicht Königsberger. Die Stadt-FP stellt mit Klaus Otzelberger und Jennifer Köhler zwei Kandidaten. Wahlziel sei es, das Ergebnis aus 2013 klar zu übertreffen. Schwer wird das nicht werden, denn damals kam die FP auf vergleichsweise magere 8,6 Prozent der Stimmen.