Erstellt am 11. Oktober 2017, 13:44

von Daniel Lohninger und Mario Kern

Polizeiinspektion und Bildungszentrum wurden eröffnet. Polizeiinspektion am Bahnhof und Bildungszentrum wurden offiziell in Betrieb genommen.

Die Polizisten der neuen Bahnhofsinspektion mit Stadtkommandant Franz Bäuchler (vorne links), Postenkommandant Werner Krückel (Dritter von rechts) und Landeskommandant Konrad Kogler (vorne, Zweiter von rechts) sowie den Festgästen Andreas Matthä, Wolfgang Sobotka, Johanna Mikl-Leitner und Matthias Stadler.  |  NOEN, NLK/Filzwieser

Ganz im Zeichen der Sicherheit stand der vergangene Donnerstag in der Landeshauptstadt. Mit der Bahnhof-Polizeiinspektion und der Polizeischule am Europaplatz nahm Innenminister Wolfgang Sobotka gleich zwei wesentliche Sicherheitseinrichtungen in der Stadt offiziell in Betrieb.

Doppeleröffnung in der Landeshauptstadt

„Ein großartiger Tag für St. Pölten“, freute sich SP-Bürgermeister Matthias Stadler besonders über die Eröffnung der Bahnhof-Polizeiinspektion. Sie stärke das subjektive Sicherheitsempfinden der fast 40.000 Passanten, die Tag für Tag den Bahnhof frequentieren.

Beim Tag der offenen Tür im Bildungszentrum besuchten Nora und Anika mit Mama Natascha ihren Papa Matthias Wöber, einen von 24 Lehrenden in der neuen Polizeischule am Europaplatz  |  Kern

Hier stationiert sind jene 31 Polizisten, die bis Ende Juni in der Rathaus-Inspektion ihren Dienst versehen hatten. Die Übersiedlung war die Folge einiger Vorfälle und des daraus resultierenden öffentlichen Drucks. Nach insgesamt sieben Resolutionen des Gemeinderates ließ sich das Innenministerium im Herbst des Vorjahres weichklopfen“ und gab das „Okay“ für die Verlegung der Inspektion zum Bahnhof.

„Sicherheit ist ein Herzensanliegen von mir, das gilt besonders dann, wenn es um unsere Landeshauptstadt geht" Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner

Entscheidend war die Zustimmung der damaligen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, die jetzt als Landeshauptfrau das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt sieht: „Sicherheit ist ein Herzensanliegen von mir, das gilt besonders dann, wenn es um unsere Landeshauptstadt geht.“ Die Investitionskosten in der Höhe von 600.000 Euro teilen sich Bund, Land, Stadt und ÖBB. Für Innenminister Wolfgang Sobotka (VP) ist St. Pölten deshalb ein Beispiel dafür, was möglich sei, wenn alle an einem Strang in eine Richtung ziehen.

Sicherheitslage hat sich laut Polizei verbessert

Die Sicherheitslage um den Bahnhof habe sich seit Eröffnung der Polizeiinspektion verbessert, betont Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler. Die Polizei sei zwar schon vorher präsent gewesen, durch die räumliche Nähe werde sie aber häufiger als Ansprechpartner wahrgenommen. „Die Inspektion hat sich als Anlaufstelle für die Bevölkerung etabliert“, berichtet Bäuchler.

Bei der Eröffnung des Bildungszentrums dabei waren Bürgermeister Matthias Stadler, Eigentümer Horst Zesch, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leiter, Helga Zesch, Innenminister Wolfgang Sobotka sowie die Projektverantwortlichen Sonja Stamminger und Andreas Dürauer  |  Kern

Ein zusätzlicher Vorteil sei, dass Einvernahmen und Protokollierungen bei Vorfällen am Bahnhof und in Zügen gleich vor Ort erfolgen können. Die befürchtete Verlagerung der Kriminalität in andere Stadtteile sei nicht erfolgt. „Wir sind nach anfänglicher Skepsis sehr zufrieden mit dem Standort“, meint Bäuchler.

Aufgaben der Polizisten haben sich in den letzten 20 Jahren kolossal gewandelt

Bei der Eröffnung des elften Polizei-Bildungszentrums Österreichs unterstrich Sobotka die Bedeutung der intensiven Ausbildung durch die Sicherheitsakademie: „Die Aufgaben der Polizisten haben sich in den letzten 20 Jahren kolossal gewandelt. Heute müssen Polizeibeamte nicht nur mit der Schusswaffe verantwortungsbewusst umgehen können, sondern auch mit dem Social-Media-Account.“

Auf den Polizei-Alltag vorbereitet werden hier seit Anfang September 200 Schüler, bald sollen es 280 sein. Sie haben ihre Grundausbildung bereits hinter sich und absolvieren in St. Pölten eine neunmonatige Ergänzungsausbildung.

„Ich bin froh, dass das Bildungszentrum hier bei uns im Haus ist.“

Das Gebäude mit 4.000 m Nutzfläche stellt Ex-Möbelhaus-Boss Horst Zesch – die Sicherheitsakademie ist für zehn Jahre eingemietet. „Es war Sympathie auf den ersten Blick“, berichtet Zesch über das erste Treffen mit den Verantwortlichen von der Exekutive. „Ich bin froh, dass das Bildungszentrum hier bei uns im Haus ist.“