Erstellt am 16. Mai 2017, 05:32

von Mario Kern

Stadt wächst im Osten: 330 Wohnungen für St. Pölten. Ein eigenes Dorf in der Stadt soll das „Wohnquartier Mühlbach Ost“ werden, mit 330 Wohnungen, die ab Ende 2018 an der Kreuzung Dr.-Bruno-Kreisky-Straße/B 1a entstehen.

Präsentierten das „Wohnquartier Mühlbach Ost“: Architekt Sascha Bradic, WET-Chef Christian Rädler, Landesrat Karl Wilfing, Alpenland-Aufsichtsratsvorsitzende Michaela Steinacker, Bürgermeister Matthias Stadler, Alpenland-Obmann Norbert Steiner und Architekt Manfred Nehrer.  |  NOEN, Kern

Im Vorjahr hatte die Genossenschaft Alpenland noch ein Bauprojekt mit nur 130 Wohnungen für das Areal geplant. In der Zwischenzeit konnte die Genossenschaft die NÖ Wohnbaugruppe/WET als Partner gewinnen und baute das Projekt in der Folge aus.

Die markanten Würfelaufbauten auf dem Wohnquartier sollen ab 2020 dieOsteinfahrt in die Landeshauptstadt behübschen.  |  NOEN, NMPB Architekten

Für ihren Entwurf des Großprojekts der beiden Bauträger bekamen die NMPB Architekten aus Wien einstimmig den Zuschlag einer neunköpfigen Fachjury. Sie haben auch schon das Bürgerzentrum Böheimkirchen und die Fachhochschule St. Pölten geplant und entwerfen aktuell auch deren Erweiterung. Ihr Plan sieht einen L-förmigen Wohnblock zu den beiden Straßen hin vor. Inklusive würfelförmiger Aufbauten, die als markanter Blickfang Akzente setzen sollen.

„Damit wollen wir architektonisch ganz laut ‚Hier!‘ schreien“, betont Alpenland-Obmann Norbert Steiner. Zum Mühlbach hin und in Richtung Norden werden zudem sechs Villen-artige Wohnhäuser errichtet. Im Raum dazwischen werden großzügige Gärten mit verschiedenen Gestaltungsthemen angelegt. „Dieses innovative Projekt soll viele Facetten des städtischen Lebens abbilden“, so Steiner.

„Mit dem ‚Wohnquartier Mühlbach Ost‘ wollen wir architektonisch ganz laut ‚Hier!‘ schreien.“ Norbert Steiner, Obmann Alpenland

Der Bau wird Möglichkeiten gemeinschaftlicher Nutzung für alle Generationen bereithalten. Neben Parkanlagen und Kinderspielplätzen beim Grünstreifen neben dem Mühlbach wird es auch sogenannte „Aneignungsräume“ geben, die künftige Nutzer später zusätzlich mieten oder kaufen können. „Wenn die Familie größer wird, können die Bewohner damit ihren gestiegenen Bedarf abdecken“, erläutert WET-Geschäftsführer Christian Rädler. Angedacht sind für die Zukunft auch Ladestationen für Elektroautos und Car-Sharing-Konzepte. „Damit tragen wir ökologischer Mobilität Rechnung.“

NOEN

Im Wohnquartier wird es Wohnungen zur Miete und im Eigentum geben – das Verhältnis ist derzeit allerdings noch unklar. Wenn es nach den Bauträgern geht, soll rund ein Viertel der 330 Einheiten Eigentumswohnungen werden. „Der Anteil ist noch davon abhängig, ob der Erwerb von Eigentum leistbarer wird oder nicht“, erklärt Steiner. Derzeit wird auch noch über Förderungen verhandelt. „Gut, dass das Land Qualität fördert“, so Steiner.

Gebaut wird in vier Etappen

Der bislang größte Bau in der Geschichte von Alpenland soll in vier Etappen zu jeweils ungefähr 80 Wohnungen errichtet werden – 2020 soll der erste Teilbereich des Wohnquartiers bezugsfertig sein. Mit diesen Wohneinheiten wird die Genossenschaft an ihrem Sitz in St. Pölten die 1.000er-Marke knacken: Derzeit hält die Alpenland bei gut 700 Wohnungen in der Landeshauptstadt. Zuletzt wurden 29 im Zuge des Junges-Wohnen-Projekt in der Hermann-Gmeiner-Gasse den Erstmietern übergeben.

Nach der Glanzstadt mit geplanten 1.000 Wohnungen und dem WWE-Projekt mit 500 Einheiten ist das Projekt östlich des Mühlbaches das derzeit drittgrößte Wohnprojekt in St. Pölten. In das Quartier investieren die Bauträger Alpenland und WET fast 100 Millionen Euro.