Tulln

Erstellt am 11. April 2018, 05:13

von Thomas Peischl

Schwieriger Start in die Jubiläumssaison. Die ökologische Gartenschau bietet trotz Eschentriebsterbens neue Gartenvielfalt und ein tolles Festprogramm.

Geschäftsführer Franz Gruber mit dem Fernseh-Gartenexperten Karl Ploberger und Kameramann Heribert Senegatschnik bei den Dreharbeiten für die Fernsehshow „Natur im Garten“, die ab 15. April immer sonntags um 16 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt wird.  |  NOEN, Peischl

Die Garten Tulln startete erfolgreich in ihre zehnte Saison. Dabei gestalteten sich die Vorbereitungen aufwendig und schwierig wie selten zuvor. „Dass nach zehn Jahren einige Investitionen erforderlich sein werden, war uns schon lange bewusst“, berichtet Geschäftsführer Franz Gruber. Die Planungen waren längst abgeschlossen, als in der zweiten Jahreshälfte 2017 das Eschentriebsterben auch die Landesgartenschau mit voller Härte traf.

„Aber so schlimm es auch war, es bot uns gleichzeitig neue Möglichkeiten“, so Gruber weiter. So entstehen auf dem Gelände beispielsweise ein neuer Schulgarten oder eine Baumschule nach klassischem Vorbild und der beliebte Pilzgarten rückte näher ins Zentrum der Schau.

Das neue botanische Highlight 2018 ist das Garten-Arboretum: „Wir zeigen den Gartenliebhabern eine breite Auswahl an besonders für den Hausgarten geeigneten Kleinbäumen und Sträuchern, darunter auch einige Raritäten“, erklärt der Geschäftsführer.

Rollrasen und Torf bleiben weiter tabu

„Bei sämtlichen Maßnahmen sind wir unserem Leitbild, die einzige ökologische Gartenschau Europas zu sein, verpflichtet“, betont Gruber. Andernorts mag es schneller wieder grünen, aber in Tulln bleiben Rollrasen und Einweg-Frühjahrspflanzungen mit Torf für rasche und vergängliche Wegwerf-Schönheit auch weiterhin tabu. „Biodiversität wird bei uns ganz groß geschrieben, das gilt auch bei den Baumneupflanzungen. Mit einer vielfältigen Durchmischung bei den Gehölzen schaffen wir ein stabiles Ökosystem“, sagt Gruber. Sollte es also irgendwann einer anderen Baumart ähnlich ergehen, wie den Eschen, wären die Auswirkungen in Zukunft nicht mehr so dramatisch.

Das kommt auch dem „Natur im Garten“-Schwerpunktthema der neuen Saison („Baum“) zugute. „Für jede Gartengröße gibt es den geeigneten Baum. Baumgröße, Baumgestalt, Blattform und -farbe und die Verzweigung des Geästes kommen im Jahresverlauf so richtig zu Geltung. Bei uns können die Gäste ihren Wunschbaum, der in den kommenden Jahrzehnten den Garten prägen wird, genau unter die Lupe nehmen“, weiß Gruber.

Ansonsten laufen die Vorbereitungen für die 10-Jahresfeier auf Hochtouren (siehe Programm in der Infobox). Besondere Highlights werden da auch im NÖN-Lesegarten geboten: Von 11.15 bis 12.15 Uhr geben die Edlseer ein Konzert und von 15.30 bis 16.30 Uhr wartet eine Lesung von Publikumsliebling Kristina Sprenger aus dem Tullner Kinderbuch „Bakabu“ auf die Besucher.

Im Bibelgarten findet ab 12 Uhr ein Bibel-Lesemarathon statt und von 14 bis 15.30 Uhr werden Tulbinger Musikanten in den Gärten unterwegs sein.