Erstellt am 14. Februar 2018, 04:30

von Laura Aigner

So sehen Ybbstaler Ortschefinnen die Initiative?. Bis Mitte März sammelt „Frauenvolksbegehren 2.0“ Unterschriften für mehr Gleichberechtigung. Ybbstaler Bürgermeisterinnen sehen Initiative unterschiedlich.

Hollensteins Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer stimmt den Forderungen zu. Kematens Ortschefin Juliana Günther findet ein Volksbegehren nicht nötig.  |  NÖN

1997 unterzeichneten 650.000 Menschen ein Volksbegehren, bei dem mehr Gleichberechtigung für Frauen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen gefordert wurde. 21 Jahre später startet nun das „Frauenvolksbegehren 2.0“, um erneut auf Missstände aufmerksam zu machen.

Denn wie die #Metoo-Bewegung zeigte, ist auch im 21. Jahrhundert noch jede Menge zu tun, um mehr Gleichberechtigung zu erreichen. Das Team des „Frauenvolksbegehrens 2.0“ fordert nun Unterstützung seitens der Politik um Sexismus im öffentlichen sowie privaten Leben entgegenzuwirken.

Dabei geht es um das Schließen der Gehaltsschere zwischen den Geschlechtern ebenso wie um den Ausbau der Kinderbetreuung oder mehr Initiativen gegen Gewalt an Frauen, Kindern und homo- oder transsexuellen Menschen. Ziel des Frauenvolksbegehrens ist es, generell für eine offenere und tolerantere österreichische Gesellschaft einzutreten.

Zebenholzer: "Kann vollinhaltlich zustimmen" 

Ganz klar die Dringlichkeit des Unterfangens sieht die Hollensteiner Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer (SPÖ). „Es ist schade, dass es im 21. Jahrhundert für Gleichberechtigung noch ein Volksbegehren braucht. Ich kann den Forderungen vollinhaltlich zustimmen und werde meine Unterstützung abgeben.“

Günter: "Finde nicht, das Begehren nötig ist"

Gefordert werden auch mehr Nationalratsplätze für Frauen. „Wir wollen Abgeordnete, die unsere Lebensrealitäten kennen. Nur dann werden Politik und Gesetzgebung uns Frauen berücksichtigen“, sagen die Organisatorinnen. Kematens Bürgermeisterin Juliana Günther (ÖVP) sieht das anders. „Jeder, der es gerne macht und mit der Verantwortung umgehen kann, soll in die Politik gehen können, egal ob Mann oder Frau. Ich finde nicht, dass dazu ein Begehren nötig ist.“

Unterstützen wird das Volksbegehren Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer (ÖVP): „Wir leben im Jahr 2018 – die Gleichstellung von Mann und Frau in allen Bereichen sollte selbstverständlich sein und nicht mehr diskutiert werden.“

8.401 Unterstützungserklärungen gilt es nun zu sammeln. Erst dann wird der Eintragungszeitraum festgelegt. 100.000 Unterschriften braucht es letztendlich, damit der Nationalrat die Thematik behandelt.