Erstellt am 10. Januar 2018, 05:02

von Leo Lugmayr

Provinz braucht Mut. Mit „Impuls zum Jahresauftakt“ schuf Stadtchef Krammer ein neues Format. Vernetzung und Regionsentwicklung standen im Fokus.

Bürgermeister Werner Krammer gestaltete seinen Jahresauftakt heuer bewusst so, dass er Partei- und Regionsgrenzen sprengen sollte. Das war bereits an der Zusammenstellung der Diskussionsrunde der Bürgermeister Manuela Zebenholzer (Hollenstein, SPÖ), Anton Kasser (Allhartsberg, ÖVP) und Martin Ploderer (Lunz, ÖVP) erkennbar. Die Ortschefs suchten gemeinsam nach Entwicklungsthemen und Gemeinsamkeiten über Gemeindegrenzen hinweg.

Als Impulsgeber hatte man mit Matthias Horx einen der prominentesten Trendforscher im deutschen Sprachraum nach Waidhofen eingeladen. Die aktive Einbindung von Heimkehrern und lokalen Visionären sei notwendig, um mutige Projekte anzustoßen, sagte Horx. Weltoffenheit sieht der Zukunftsforscher als Grundlage für nachhaltige Entwicklung, Kooperationsgeist der Orte untereinander sei vor „Kirchturmdenken“ zu stellen. „Man braucht ganz viel Selbstvertrauen, um mutige Projekte anzustoßen, ein ‚local branding und theming‘ [Anmerkung der Redaktion: lokale Themen- und Markenbildung] und vor allem bedarf es eines unbedingten Jammerverzichts.“ Letzteres riss das Publikum zu spontanem Sonderapplaus hin.

„Heimat ist kein Ort allein, aber auch nicht nur ein Traditionsgefühl, sondern Verbundenheit“, sagte Horx. Und gerade da habe die progressive Provinz ihre Chancen und ihr Potenzial, attestiert der Trendforscher. Er hatte vor seinem Referat eine Rundfahrt durch Waidhofen unternommen und brach unter anderem eine Lanze für architektonisch mutige Ausdruckskraft, wie sie in Hans Holleins Gestaltung des Rothschildschlosses zum Ausdruck kommt.