Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 14. Februar 2018, 05:00

von Lisa Hofbauer

Kaputtes reparieren statt wegwerfen in Waidhofen. Am Samstag können kaputte Textilien in den Werkraum Sturmfrei gebracht werden. Dort lernt man, sie zu reparieren.

Hilfe zur Selbsthilfe: Bernadette Aigner vom Werk- und Denkraum Sturmfrei lädt am Samstag zum Repair-Café.  |  Sturmfrei

Eine weltweite Klimaschutzaktion fasst nun auch in Waidhofen Fuß: das Repair-Café. Weltweit gibt es bereits 1.300 Repair-Cafés, deren gemeinsamer Nenner das Motto „Reparieren statt wegwerfen“ ist. Die Idee zu dieser Aktion stammt aus den Niederlanden und wurde von der Klima- und Energiemodellregion Amstetten im Bezirk etabliert.

„Markus Walzek von der Klima- und Energiemodellregion ist an uns herangetreten, und hat uns gefragt, ob wir Interesse hätten, ein derartiges Café in Waidhofen zu realisieren“, sagt Bernadette Aigner vom Werk- und Denkraum Sturmfrei. „Da ein Repair-Café schon länger ein Wunsch von Sturmfrei war, haben wir sofort zugesagt.“

„Mit den Cafés wollen wir den Klimaschutz und die Gemeinschaft fördern. Wir verstehen uns als eine Art Nachbarschaftshilfe.“Bernadette Aigner

Man machte sich an die Planung und bereits am kommenden Samstag findet im Sturmfrei-Raum im Patertal das erste Reparatur-Café statt. Dieses trägt den Titel „Reißverschluss und so“ und fokussiert sich auf Reparaturen an Textilien. Drei Expertinnen werden dabei einen Nachmittag lang „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten. „Es geht nicht darum, dass Leute kaputte Gegenstände bringen, und wir reparieren sie. Vielmehr wollen wir dabei helfen, dass künftig Reparaturen auch selbst zuhause vorgenommen werden können“, erklärt Aigner.

Stoff und Wolle im Mittelbpunkt

Beim ersten Repair-Café können löchrige Wollsocken, klemmende Reißverschlüsse oder zerrissene Kleidung – kurz, alles aus Stoff und Wolle – in den Werkraum gebracht und wieder geflickt werden. Die Utensilien, die dafür benötigt werden, stehen vor Ort zur Verfügung.

"Gegenbewegung zur geplanten Obsoleszenz"

Wesentlich bei den Repair-Cafés ist der Umweltgedanke. Sie sehen sich laut Klima- und Modellregion Amstetten als „Gegenbewegung zur geplanten Obsoleszenz von elektronischen und mechanischen Geräten“. Neben dem Umweltschutzgedanken wird aber auch die Gemeinschaft in Repair-Cafés großgeschrieben. „Es wird am Samstag Kaffee und Kuchen sowie die Möglichkeit zum Austausch geben“, sagt Aigner. „Wir wollen nicht nur Bewusstsein für den Umweltgedanken schaffen, sondern Interessierten auch die Möglichkeit geben, sich auszutauschen.“

Auch weitere Repair-Cafés sind bereits angedacht. Am Samstag, 7. April, hilft die Waidhofner Radlobby beim Reparieren von Fahrrädern. Andere Themen, die im Raum stehen, sind die Reparatur von technischen bzw. Elektrogeräten, sowie von Holzgegenständen. „Zu Beginn wollen wir die Cafés noch nach speziellen Themen ausrichten, später wollen wir aber vielleicht auch ‚gemischte Cafés‘, bei denen verschiedene Gegenstände repariert werden können, anbieten“, meint Aigner. Mit dem Repair-Café wolle man aber keinesfalls eine Konkurrenz für Gewerbebetriebe darstellen, meint Aigner. „Vielmehr verstehen wir uns als eine Art Nachbarschaftshilfe.“

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