Pölla

Erstellt am 05. Oktober 2017, 16:47

von Markus Füxl

„Naturdialog“ in Pölla: Waidmänner gaben Einblick. Beim „Naturdialog“ demonstrierten Falkner, Jäger und Reiter bei einer Kutschenfahrt rund um Schloss Waldreichs ihre vielfältigen Tätigkeiten in der Region.

Die unterschiedlichsten Aspekte der Jagd konnten Teilnehmer des „Naturdialogs“ Ende September erfahren. Auf einer Strecke von 15 km waren knapp 75 Teilnehmer als Reiter und in Kutschen rund um das Schloss Waldreichs unterwegs.

An mehreren Stationen erhielten die Besucher Einblicke im Umgang zwischen Mensch, Tier und Natur. Dabei vertreten waren unter anderem die Österreichischen Vertretungen des Jagdgebrauchshundeverbandes, des Falknerbundes sowie der Niederösterreichische Pferdesportverband und Landesjagdverband.

Jägerin des Jahres empfing Teilnehmer auf Lichtung

Falknermeister Josef Hiebeler begrüßte die Gäste und führte durch die Stationen. Insgesamt waren 13 Reiter, elf Gespanne sowie Hundeführer, Falkner und etwa 35 Kutschenpassagiere unterwegs.

Bereits beim ersten Stopp der Tour dürften einige von den Teilnehmern gestaunt haben: Die vom Verein „Artemis Charity“ zur Jägerin des Jahres ausgezeichnete Carina Frank empfing die Teilnehmer auf einer Lichtung. Als Botschafterin trägt die Waldviertlerin das Image der noch immer männerdominierten Jagdwesen nach außen und meinte: „Jagd ist so alt wie die Menschheit selbst.“

Darauf folgte eine kurze Einführung in die historische Entwicklung der Grünen und Roten Jagd sowie eine Vorführung, bei der die Reiter über ein Hindernis sprangen.
Bei der zweiten Station demonstrierte der Gebrauchsjagdhundeverband die verschiedensten Einsatzbereiche der Jagdhunde.

So gibt es in Österreich 88 geführte Jagdhunderassen. In mehreren Übungen demonstrierten einige davon die Aspekte der Jagd. Die Hunde mussten etwa Vorstehen, einen Fuchs aus seinem Bau ziehen und eine Krähe apportieren. Beim „Tod vorweisen“ täuschten die Jäger einen Anschuss des Wildes vor. Der Hund nahm die Fährte auf und informierte den Jäger über den genauen Fundort. „Ein guter Leithund ist mit Gold aufzuwiegen“, sagte Falkner Josef Hiebeler.

Er erläuterte zurück im Schloss Waldreichs die Greifvogelausbildung und demonstrierte mit einem Falken und einem Adler den Einsatz der Vögel bei der sogenannten Beizjagd. Dabei sind Fluggeschwindigkeiten bis zu 300 km/h möglich.

„Der Schwerpunkt der Greifvogelhaltung liegt in der besonderen Mensch-Tier Beziehung“, so Hiebeler. So erkennen die Tiere trotz Haube, ob sie gerade transportiert werden, oder kurz vor einem „Einsatz“ stehen.