Erstellt am 12. Januar 2018, 05:00

von NÖN Redaktion

Arbeitslosigkeit im Dezember: Niedrig wie vor 18 Jahren. Die guten Zahlen im Dezember führt AMS-Steinbauer auf den Wirtschaftsaufschwung, die damit verbundene Auftragslage und auf milde Witterungsverhältnisse zurück.

Junge finden deutschlich leichter eine Stelle  |  APA

Im Dezember hielt saisonale Arbeitslosigkeit im Bezirk Zwettl Einzug und verdoppelte sich gegenüber dem November fast.

Der saisonbedingte Anstieg fiel jedoch weit geringer aus als in den vergangenen Jahren. Insgesamt waren Ende Dezember 1.542 Personen (444 Frauen, 1.098 Männer) beim Arbeitsmarktservice (AMS) Zwettl vorgemerkt. Das sind im Vergleich zum Vorjahr um 229 Betroffene (oder minus 12,9%) weniger.

"In allen Alterskategorien gesunken"

„Die Dezember-Arbeitslosigkeit ist so gering wie seit vielen Jahren nicht mehr. Man muss schon bis ins Jahr 2000 zurückschauen, um eine noch niedrigere Anzahl von Jobsuchenden zu finden. Darüber hinaus ist die Arbeitslosigkeit bei Frauen und Männern und in allen Alterskategorien gesunken“, kommentiert Zwettls AMS-Leiter Kurt Steinbauer die aktuellen Daten.

Die Entwicklung führt Steinbauer zum einen auf den Wirtschaftsaufschwung und die damit verbundene gute Auftragslage der Unternehmen und zum anderen auf die milden Witterungsverhältnisse zurück. Es wurden diesmal deutlich weniger Stammkräfte vor Weihnachten freigesetzt und Urlaube abgebaut. Viele Dienstverhältnisse werden also über den Winter durchgehend laufen bzw. für nur kurze Zeit saisonal unterbrochen.

Hoch gesteckte Ziele von AMS-Leiter Steinbauer

Das AMS hat im heurigen Jahr hoch gesteckte Ziele: Die Verhinderung von dauerhafter Ausgrenzung aus dem Arbeitsmarkt sowie die Förderung der Reintegration von Frauen und jungen Menschen sind zwei der Schwerpunkte, meint der AMS-Chef. „Gleichzeitig gilt es, unseren Einschaltgrad am Stellenmarkt zu halten bzw. auszubauen“, so Steinbauer.

Mindestens 51 Prozent der Fördermittel sollen für die Qualifizierung von Frauen verwendet werden. Denn dem hohen Konkurrenzdruck am Arbeitsmarkt laufen vor allem Frauen Gefahr, langzeitarbeitslos zu werden, weil sie familiär bedingt eine Erwerbspause einlegen mussten oder nur eine geringe Ausbildung vorweisen können.

AMS; Ljupco Smokovski/shutterstock.com; Grafik: Bischof

Weiters will Steinbauer nicht mehr als 22 junge Menschen länger als ein halbes Jahr bzw. ohne Job- oder Ausbildung im Bezirk haben, was die Ausbildungsgarantie verhindern soll. „Dazu setzt das AMS in Kooperation mit anderen Einrichtungen die Programme ‚AusBildung 18‘ sowie die ‚Ausbildungsgarantie bis 25‘ um“, meint der AMS-Chef.

Weiters will Steinbauer die Sockelarbeitslosigkeit von Jobsuchenden im sogenannten Haupterwerbsalter (bis 45 Jahren) verhindern. Das will er damit schaffen, dass er Langzeitarbeitslose (43 Frauen und 35 Männer), in den Arbeitsmarkt dauerhaft integriert. Weiters möchte er 1.000 Jobsuchenden, die über 45 Jahre alt sind, wieder einen Arbeitsplatz vermitteln.