Erstellt am 04. Januar 2018, 05:33

von René Denk

Biber fällten reihenweise Bäume. Fleißige Nagetiere: Biber fällten in Zwettl reihenweise Bäume. Beim Sonnenbad warnt jetzt ein Schild vor umstürzenden Bäumen. Bezirk zählt aber nicht zu Kernräumen der Tiere.

Der Biber hat sich in der Bezirksstadt mittlerweile gut eingelebt. Beim Sonnenbad am Kamp hat er den Großteil seiner Aktivitäten schon flussaufwärts verlagert. Viele Bäume entlang des Kamps fielen dem Biber bisher zum Opfer, sodass auch beim Sonnenbad-Parkplatz ein Schild angebracht wurde, das vor Biberaktivität und möglicherweise umstürzenden Bäumen warnt. „Da war er recht fleißig“, sagt Stadtrat Josef Zlabinger. Jetzt im Winter fehlen den Bibern Kräuter, Sträucher oder Wasserpflanzen. Deswegen sind die Bäume jetzt wieder mehr betroffen. Von den gefällten Bäumen verzehrt er die Astrinde und die Zweige.

Auch am Zwettl-Fluss hat der Biber seine Aktivitäten mehr flussaufwärts verlagert, während er 2015 bzw. 2016 noch beim Zwettltalstadion und im Bereich des Freibades sehr aktiv war. Geht man in Richtung des alten Steinbruches, sieht man an beiden Uferseiten die unverkennbaren Biberspuren an den Bäumen.

Keine Auskünfte vom Bibermanagement

Während Niederösterreichs Bibermanagement, das an der BOKU beheimatet ist, keine Auskünfte gibt, weil es dafür nicht zuständig sei, wie Bibermanager Gerald Hölzler erklärt, gibt Martin Tschulik, Leiter der Naturschutzabteilung des Landes (RU5) Auskünfte: Der Bezirk Zwettl zähle keinesfalls zu den „Kernräumen“, die der Biber bewohne, so Tschulik. 2017 hat es insgesamt nur drei bis vier Beratungsfälle und nur drei Verfahren, die geführt wurden im Bezirk gegeben. Davon aber nicht nur in der Bezirksstadt, sondern auch bei Gemeinden, die an der Thaya liegen.

„Die Biberpopulation ist aus naturschutzfachlicher Sicht in Niederösterreich eine Gute und nahezu flächendeckend. Erhebungen, die aber noch fertig ausgewertet werden müssen, gehen in Richtung ausgewogene Situation“, sagt Tschulik im NÖN-Gespräch. Der Zwettler Bezirk verfüge aber keinesfalls über eine große Dichte an Bibern.