Allentsteig

Erstellt am 06. Dezember 2017, 04:00

von Brigitte Lassmann-Moser

Feierliche Kommando-Rückgabe. Josef Fritz, der acht Jahre lang die Geschicke des Truppenübungsplatzes gelenkt hatte, trat ab.

Nach 44 Jahren als Soldat und 40 Jahren als Offizier und Kommandant erfolgte in einem feierlichen, militärischen Festakt im Meierhof des Schlosses Allentsteig am Donnerstag, 30. November, die Rückgabe des Kommandos des Truppenübungsplatzes Allentsteig durch Josef Fritz. Mit 1. Dezember trat er in den wohlverdienten Ruhestand.

Der stellvertretende TÜPl-Kommandant Herbert Gaugusch konnte zu diesem Festakt, der von Johann Zach moderiert wurde, viele hochrangige Gäste aus dem militärischen sowie zivilen Bereich begrüßen. Die „Kreuzritterfanfare“, das Lieblings-Militär-Musikstück von Josef Fritz, leitete zu seiner Abschiedsansprache über.

„Mein Ziel war es immer, die Anforderungen der Truppe bestmöglich zu erfüllen und ein moderner Dienstleistungsbetrieb zu sein und damit den Wünschen und Vorstellungen unserer ,Kunden‘ – das ist die übende Truppe aus ganz Österreich – gerecht zu werden“, zog Fritz Bilanz. Ein Schwerpunkt seiner Amtszeit waren der Ausbau und die Gestaltung der modernen Gefechtsschießbahnen und Übungsräume. „Die größte Herausforderung aber war die Übernahme der Heeresforstverwaltung und die damit verbundene Neustrukturierung. Es ist uns gelungen, einen gemeinsamen Weg zu finden“, so Josef Fritz. Überhaupt sei gemeinsam vieles möglich und machbar gewesen.

Militärkommandant Martin Jawurek bezeichnete Fritz als „gestandenen Waldviertler“, den Eigenschaften wie Verlässlichkeit, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen auszeichnen. Ganz wesentlich sei aber, dass er keine Probleme gemacht habe, „sondern Lösungen gesucht und umgesetzt hat“. Integrität sei das Wort, das ihn am besten beschreibe. „Er hat viel erreicht, für viele wesentliche Projekte den Grundstein gelegt, wie die urbane Trainingsanlage oder das Gefechtszentrum Allentsteig. Er hat aus einer Mannschaft ein Team geformt, das ausgezeichnete Arbeit leistet“, so Jawurek.

„Er war ein Kapitän, der vorne gestanden ist und das Schiff geführt hat."Herbert Gaugusch

Josef Fritz habe es hervorragend geschafft, „den Spagat zwischen den Anforderungen einer Truppe und den Anforderungen aus dem zivilen Bereich in Einklang zu bringen“, würdigte der stellvertretende Kommandant der Landstreitkräfte, Robert Prader, die Leistungen des scheidenden TÜPl-Kommandanten. Mit Standfestigkeit und Beharrlichkeit Dinge zu erkennen und umzusetzen, das mache einen Kommandanten aus.

Nationalratsabgeordnete Angela Fichtinger ging auf die großen Veränderungen ein, die auch auf das Bundesheer zukommen, würdigte das Heer als Garant für Sicherheit und Hilfe und als wichtigen Arbeitgeber, gerade auch im Waldviertel. Josef Fritz dankte sie für seinen persönlichen Einsatz in Allentsteig, für das Waldviertel und letztendlich für ganz Niederösterreich.

„Er war ein Kapitän, der vorne gestanden ist und das Schiff geführt hat, oft auch in rauer See, und wir sind auf Kurs geblieben“, zog Herbert Gaugusch bei der anschließenden Geschenküberreichung einen bildhaften Vergleich.

Genau am Tag der Kommandorückgabe fiel auch die Entscheidung, dass ab 8. Jänner – voraussichtlich für ein Jahr – der Oberstleutnant des Generalstabsdienstes Konstantin Lütgendorf, Sohn des ehemaligen Verteidigungsministers und in Weikertschlag (Bez. Waidhofen) daheim, den TÜPl A führen wird.