Erstellt am 12. März 2018, 17:13

von NÖN Redaktion

Die Leader-Region Kamptal ist gut in Fahrt. Neue Form der Nachbarschaftshilfe in Pölla und Europa in Schwarzenau.

Die Projektauswahl erfolgt durch ein Gremium mit Desirée Lirnberger (Göpfritz), Bürgermeister Andreas Pichler (Lichtenau), Abgeordnetem Josef Edlinger (Obmann Leader-Kamptal), Gemeinderätin Margit Steinmetz (Stratzing), Elisabeth Zettl (Rohrendorf), Bürgermeister Karl Elsigan (Schwarzenau), Julius Koppensteiner (Amtsleiter Weinzierl), Martin Polleroß (Pölla), Hans-Ulrich Swoboda (Weinzierl), Abgeordnetem Werner Groiss, Helga Trinkl (Weinzierl), Erich Broidl (Straß), Vizebürgermeister Johann Müllner (Pölla), Danja Mlinaritsch (Geschäftsführerin der Leader-Region), Bürgermeister Anton Pfeifer (Grafenegg), Vizebürgermeister Harald Stanzl (Weinzierl) imd Veronika Lechner (Leader-Kamptal).
 
 |  Verein LEADER-Region Kamptal

Das Projektauswahlgremium der Leader-Region Kamptal tagte kürzlich in Lengenfeld. Sechs regionale Projekte, darunter zwei im Bezirk Zwettl, wurden eingehend diskutiert, bewertet und beschlossen. Die Vorhaben erhalten eine Förderung zwischen 40 und 80 %. In den letzten zwei Jahren wurden insgesamt 27 Projekte eingereicht, für die über 1 Million Euro an Förderungen vergeben werden.

Neuer Verein als soziale Drehscheibe

Ein Projekt ist die Nachbarschaftshilfe Pölla & Röhrenbach. Dafür wurde Ende 2017 der Verein „Mit Euch – Für Euch“ gegründet. Ehrenamtliche Helfer übernehmen bei diesem Projekt verschiedene Aufgaben wie alltägliche Besorgungen, Fahr- & Einkaufsdienste, aber auch zwischenmenschliche Aufgaben wie Karten spielen, Plaudern, Spazieren gehen und vieles mehr für Mitbürger. Und das kostenlos, niederschwellig und unbürokratisch. Leader fördert 80 % der Kosten und ermöglicht dadurch die Durchführung des Projektes, das jetzt noch auf die Genehmigung wartet.

„Wir rechnen damit, dass das erste Pilotjahr erfolgreich ist und sich 2019 neue Gemeinden am Projekt Nachbarschaftshilfe beteiligen.“ Bürgermeister Günther Kröpfl

Die zwei Teilzeitangestellten des Vereins sind die soziale Drehscheibe, die Angebot und Nachfrage koordinieren. Durch das Projekt wird sichergestellt, dass für Mitmenschen, die Hilfe benötigen, möglichst lange ein hohes Maß an Lebensqualität in gewohnter Umgebung erhalten bleibt.

Bürgermeister Günther Kröpfl: „Im Herbst 2017 haben wir die Bevölkerung von Pölla und Röhrenbach befragt, wer seine Zeit freiwillig für Mitmenschen zur Verfügung stellen möchte. Die Resonanz war groß, und es haben sich ca. 50 Freiwillige aller Generationen gemeldet. In den nächsten Wochen finden Einschulungen für die Mitarbeiter statt, um anschließend mit dem Koordinieren erster Hilfsdienste zu beginnen. Wir rechnen im ersten Jahr mit ca. 10 Freiwilligen, die rund 20 Mitmenschen unterstützen“.

Die Projektidee wurde aus dem Burgenland übernommen. Dort arbeiten acht Gemeinden seit 2014 an der Projektumsetzung. Auch im Waldviertel soll das Projekt auf andere Gemeinden ausgedehnt werden. Pölla und Röhrenbach sind die Pioniergemeinden. „Wir rechnen damit, dass das erste Pilotjahr erfolgreich ist und sich 2019 neue Gemeinden am Projekt Nachbarschaftshilfe beteiligen.“

Das zweite Projekt im Bezirk Zwettl, das gefördert wird, geht es ebenfalls um den Aufbau von Beziehungen – um kulturelle Beziehungen: Die EU ins Dorf holen– „Europa in Schwarzenau“. Das Projekt wurde 2009 von einer Arbeitsgruppe ins Leben gerufen.

Heuer dreht sich alles um Griechenland. Die Veranstaltungen reichen von der Zubereitung landestypischer Speisen, über Sprach- und Tanzkurse bis zu Sportveranstaltungen, Lesungen und Diskussionen. Am 21. und 22. April werden beispielsweise griechische Wandertage mit Marathon und im Sommer eine Griechenlandreise organisiert. Im Herbst kocht und tanzt man griechisch.

Schwarzenau holt die EU ins Dorf

Wolfgang Leidenfrost, Leiter der Arbeitsgruppe: „Unserer Gruppe will dazu beitragen die Skepsis gegenüber anderen EU-Ländern abzubauen. Durch unsere vielfältigen Veranstaltungen wollen wir die Werte und Bräuche anderer Länder in unsere Gemeinde holen. Wir wollen Brücken bauen und die Menschen neugierig machen auf fremde Länder und Kulturen“.

„Heuer steht Griechenland im Fokus, im kommenden Jahr stellen wir die Vielfalt Deutschlands vor“, informiert Bürgermeister Karl Elsigan. Bei den Vorbereitungsarbeiten, die im Herbst beginnen, werden die Schwarzenauer von einer Studentengruppe der Fachhochschule Wien unterstützt. „Kürzlich hatten wir ein Auftaktgespräch, um das Projekt vorzustellen“, so Elsigan. „Die Studierenden erarbeiten in den nächsten Wochen ihre Ideen, die uns Ende April vorgestellt werden. Dadurch gelingt es uns, neue Impulse für unser Projekt zu gewinnen. Wir sind sehr stolz ,Europa in Schwarzenau‘ ins Leben gerufen zu haben und es in einer Waldviertler Gemeinde umsetzen zu dürfen.“

Die Projektkosten für die Erarbeitung des Griechenlandschwerpunktes liegen bei 5.700 . Die Leader-Region fördert das Projekt mit fast 80 %.