Erstellt am 16. Dezember 2017, 05:00

von NÖN Redaktion

Die Jugend spricht Klartext. „Chrisi“ fragte, und die Jugendlichen antworteten – zum Teil auch überrraschend.

Christopher Edelmaier führte mit seinem Team eine Jugendumfrage durch.  |  Viktoria Grötzl Photographie, x

Zwei Wochen lang wurden Ende November über 300 Jugendliche aus dem Bezirk Zwettl befragt. In der Umfrage „Chrisi fragt dich!“ wurden die Themen Arbeit, Wohnen und Infrastrukur beleuchtet und die Meinung der jungen Zwettler eingeholt. Die Ergebnisse bestätigten bestehende Meinungen, brachten aber auch einiges Überraschendes.

Das Team von jungen Köpfen rund um Christopher Edelmaier hat die Umfrage online erstellt, um die Befragten aus dem ganzen Bezirk, auch wirklich überall erreichen zu können. Die Idee trug scheinbar Früchte, wie man anhand der Teilnahmezahlen feststellen konnte.

Wohnen im Eigentum ist Ziel der Jugend

„Im Bereich Wohnen scheinen viele sehr zufrieden zu sein. Besonders freut uns, dass 91 % in Eigentum leben, sei es jenes der Eltern oder schon das eigene“, freut sich Christopher Edelmaier über die Absicherung der Jugendlichen. 57 % wohnen bei den Eltern, 23 % mit dem Partner und 20 % alleine oder in einer Wohngemeinschaft. Auch von jenen, die bereits ausgezogen sind, leben 61 % im Eigentum.

„Damit liegen wir sogar bei den Jungen schon über dem Österreichschnitt der Gesamtbevölkerung von 55 %.“, ergänzt Edelmaier (Quelle: https://de.statista.com). Den Wunsch, aus dem Waldviertel wegzuziehen, äußerten vor allem Schüler einer Höheren Bildungseinrichtung mit Maturaabschluss. Je nach Auswertungskriterien sehen 5 bis 20 % der Jugendlichen ihren Wohnsitz zumindest vorübergehend außerhalb des Waldviertels.

Jeder Fünfte ohne guten Internet/Handyempfang

Besonders das Thema Internet und Mobilfunk war ein Schwerpunkt der Umfrage. Hier zeigte sich ganz klar ein Verbesserungsbedarf. „Wenn jeder Fünfte weder einen guten Internetzugang noch einen guten Handyempfang hat, muss hier massiv aufgeholt werden!“, stellt Christopher Edelmaier zur Forderung fest.

Weiters ergänzt er, dass die Hälfte der Jugendlichen angaben, zuhause nicht die Möglichkeit zu haben, einen Streaming-Dienst in HD ohne Unterbrechung zu nutzen (Diese Technologie wird vor allem genutzt, um über Internet fern zu sehen oder Filme aus dem Internet abzuspielen. Sie steht in städtischen Regionen für mehrere Geräte gleichzeitig zur Verfügung.)

Im Schwerpunkt Arbeit sahen viele ihren Job als sicher (33 %) oder sehr sicher (48 %) an. „Besonders auf die Frage, wo Jugendliche Arbeiten WOLLEN, wurden wir mit 90 % für das Waldviertel klar bestätigt, dass, wer im Waldviertel zur Welt kommt, auch hier leben und arbeiten möchte“, erläutert Edelmaier weiter. Weiters wollen 9 % jener Befragten in Zukunft im Waldviertel arbeiten, die derzeit außerhalb einen Job gefunden haben.

Dazu Edelmaier: „Hier braucht es auch die entsprechenden Möglichkeiten, die zu den geforderten Qualifikationen passen.“ Vor allem im Bereich Lebensmittel/Gesundheit sowie im MINT-Bereich sind laut Umfrage gut bezahlte Arbeitsplätze gefragt.

Jugend ist durchaus politisch interessiert

Bei der Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Waldviertelautobahn enthielten sich zwar viele der Meinung, jedoch sprachen sich 50 % der Befragten dafür und nur ein Drittel dagegen aus. Ob eine Autobahn finanzierbar sei, gaben viele an nicht zu wissen. Hier teilten sich die Antworten auf jeweils ein Drittel zwischen „ja“, „nein“ und „ich weiß nicht“ auf.

Im Bereich der Freizeit wünschen sich viele mehr Möglichkeiten, gemeinsam sportlichen Aktivitäten nachzugehen, sowie mehr Lokale für Jugendliche. Auch eine Kombination mit einem Einkaufszentrum wurde mehrmals genannt.

Der bekannteste Politiker/die bekannteste Politikerin ist auch bei den Jugendlichen weiterhin der Bürgermeister, mit 93,3 % führt dieser im Ranking. Danach folgen Bundespräsident, Bundeskanzler und Landeshauptfrau mit 85 bis 89 %. Generell geben 70 % an, sich politisch zu interessieren, was mit der Wahlbeteiligung weitaus einhergeht. Auf die Frage „Fühlst du dich politisch gut vertreten?“, stellen die Jugendlichen ein eher mageres Zeugnis aus. Unzufrieden sind nur wenige, zufrieden ebenso wenige.

Hier möchte der 22-jährige Christopher Edelmaier ansetzen: „Ausgestattet mit Euren Anliegen, werde ich mich einsetzen, dass die jugendlichen Stimmen auch das nötige Gehör finden!“. Ein großer Dankt ergehe an alle, die mitgemacht haben. Man werde mit dem geschenkten Vertrauen der Jugendlichen sorgsam umgehen. „Jetzt geht’s erst so richtig los!“, so der Bezirksobmann der Jungen ÖVP.