Erstellt am 24. September 2018, 16:18

Das neue Magazin der NÖN EDITION Geschichte. Vor hundert Jahren gestorben: Egon Schiele, ein Maler als Superstar.Das neue Magazin aus der NÖN EDITION Geschichte begibt sich auf die Spuren des Künstlers.

zVg

Die Gesellschaft damals verurteilte seine Arbeit als anstößig; aufgrund angeblicher sexueller Übergriffe auf minderjährige Mädchen wurde er angeklagt. Seine Kunst, anfangs geprägt vom Wiener Jugendstil, entfaltet sich im Expressionismus zur vollen Größe. Nach seinem Tod am 31. Oktober 1918 wurden seine Werke kaum nochbeachtet.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Längst erzielen seine Arbeiten, falls sie überhaupt noch erhältlich sind, Höchstpreise, Egon Schiele ist zum Star der Kunst geworden. Vor allem die schonungslosen Selbstporträts und die oft quälenden Bilder nackter Mädchen, aber auch sein Selbstverständnis als Künstler stehen dabei im Vordergrund.

Die Leidenschaft hinter seiner Kunst

Wien, Anfang des 20. Jahrhunderts: Egon Schiele, der Niederösterreicher, ist mit seinen erotisch aufgeladenen Werken, seiner originellen Sichtweise von Menschen und Landschaften einer der prägendsten Maler seiner Zeit. Mit Leidenschaft lebt er seine Kunst, die inspiriert wird von faszinierenden Frauen und dem Geist einer zu Ende gehenden Epoche. Seine Schwester Gerti ist seine erste Muse, doch schon sehr bald stehen immer mehr Mädchen Modell für Schiele.

Von seinem Künstlerfreund Gustav Klimt wird ihm die rothaarige Wally vorgestellt. Die beiden verbindet aber mehr als nur die Liebe zur Kunst. Eine stürmische Beziehung beginnt, die sich von nun an durch Schieles Schaffen ziehen wird. Vor allem durch sein Gemälde „Tod und Mädchen“ wurde diese Liebe unsterblich.

Künstler wie Egon Schiele, Richard Gerstl oder Oskar Kokoschka sind die Gründer des österreichischen Expressionismus‘; unter ihnen aber ist Egon Schiele einzigartig. Wie er Linien setzt, Umrisse formt, Farben aufträgt, das schreibt ihn in die Kunstgeschichte ein.

Die nächste Ausgabe der NÖN EDITION Geschichte zeigt die vielfältigen Seiten dieses großen Künstlers, als Maler und Mann, als Zeitzeugen und überwältigenden Visionär, der ihn bis heute modern macht. Kaum einer hat wie er die Gesellschaft beeinflusst. 

Auf den Spuren eines Genies

Hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Belvedere und dem Leopoldmuseum, der niederösterreichischen Landessammlung und der Landesgalerie Niederösterreich sind die Autorinnen
und Autoren des engagiert und ambitioniert gestalteten, reich bebilderten Magazins. Alle wichtigen Wurzeln, die seine Kunst gespeist haben, seine strahlenden und seine düsteren Seiten, seine Wirkungsgeschichte,
das alles sind die Themen NÖN EDITION Geschichte „Egon Schiele. Auf den Spuren eines Künstlers“.

Dabei liegt natürlich ein Schwerpunkt auf seinen vielfältigen Niederösterreichbezügen. In seinen letzten Stunden hatte das erst 28-jährige Genie eine Vision: Auf dem Totenbett hauchte er die Worte: „Nach meinem Tode, früher oder später, werden die Leute mich gewiss lobpreisen und meine Kunst bewundern.“ Recht hatte er ...