21-Jähriger stiftete Minderjährige an, Alkohol zu stehlen

Erstellt am 17. Mai 2022 | 09:24
Lesezeit: 3 Min
Alkohol Diebstahl Symbolbild
Symbolbild
Foto: cunaplus, Shutterstock
Amstettner nutzte Minderjährige um Profit zu machen: Die gestohlenen Flaschen Alkohol wurden an einen örtlichen Barbesitzer verkauft. Geld sprang allerdings für die Jugendlichen keines heraus.

"Ich weiß, ich habe viele Fehler gemacht. Ich sehe meine Fehler", so der 21-jährige Amstettner Angeklagte. Der junge Mann soll im Herbst letzten Jahres mindestens sieben Jugendliche dazu angestiftet haben, von mehreren Lebensmittelgeschäften und Tankstellen in Amstetten flaschenweise Alkohol zu stehlen. Außerdem wird ihm auch schwere Körperverletzung und unerlaubter Waffenbesitz vorgeworfen. Er zeigte sich schon zu Beginn der Verhandlung geständig.

Auch angeklagt ist der Barbesitzer, der den gestohlenen Alkohol für sein Lokal gekauft haben soll. Allerdings behauptet er nicht gewusst zu haben, dass der Alkohol gestohlen war. Trotzdem wurde er zu einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt wegen Hehlerei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Klage der schweren Körperverletzung kommt davon, dass der Angeklagte einem der Zeugen ein Bein gebrochen haben soll. Das soll auch die anderen Zeugen eingeschüchtert haben, und sie dazu gebracht haben, für ihn zu arbeiten. Die meisten Zeugen gaben an, Angst, oder zumindest Respekt, vor dem 21-Jährigen zu haben. Allerdings erst nach wiederholtem Fragen der Richterin.

Überraschende Zeugen-Aussagen

Mit diversen Einschüchterungstaktiken soll der Amstettner die Jugendlichen dazu gebracht haben, für ihn zu stehlen.  Ein Zeuge gab an, mit einer Schussfeuerwaffe bedroht worden zu sein, ein anderer sprach von einem Katana, einem japanischen Langschwert. Auch sollen Schläge und Gewalt durch Bekannte des Angeklagten angedroht worden sein. Bei einer Hausdurchsuchung wurde ein Luftdruckgewehr gefunden.

Die Jugendlichen sollen von dem 21-Jährigen zu verschieden Geschäften gebracht worden sein, um dort zu stehlen. Vorerst hat er ihnen jedoch von seinem "Business-Plan" erzählt, ihnen einen Anteil angeboten. Wenn sie sich weigerten, soll er angefangen haben, zu drohen.

Den jungen Burschen und Mädchen wurden verschiedene Mengen an Geld versprochen, ein Zeuge sprach von fünf Euro pro Flasche, ein anderer von vier Euro. Geld gesehen hat aber praktisch keiner.

Fast alle Zeugen gaben einstimmig an, dass der Amstettner ihnen gedroht hätte. Nur die letzte Zeugin tanzte aus der Reihe. Sie gab an, die Ex-Freundin eines der Zeugen zu sein. Nach ihren Angaben wurde ihrem Ex-Partner nie gedroht. Außerdem soll es Treffen gegeben haben, bei denen sich die Gruppe abgesprochen haben soll. Dabei soll darüber gesprochen worden sein, was sie zur Polizei sagen würden.

Jedoch sind sich alle einig, dass der 21-Jährige der Auftraggeber und Chef der Organisation war. Das sah auch die Richterin so. Der Amstettner wurde zu 24 Monaten unbedingter Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.