Amstetten

Erstellt am 12. Juni 2018, 05:25

von Hermann Knapp

Abfallystem bleibt Aufreger in Amstetten. Bürger kritisieren schlechte Organisation und Information. Stadt lud gda am Freitag zum „Krisengipfel.“

Anrainerin Emma Artmann ist verärgert. Nach drei Wochen Wartezeit wurden beim Häuserblock in der Wienerstraße 23-38 verdreckte Mülltonnen aufgestellt.  |  Kovacs

Die Proteste gegen die Umstellung der Sammlung von Plastikgebinden auf den Gelben Sack gingen auch in der Vorwoche munter weiter. Vor allem ist es die mangelnde Organisation, die bekrittelt wird. Viele Bürger fühlen sich schlecht informiert und von Gemeindedienstleistungsverband und Stadt im Stich gelassen.

„Jetzt haben wir zwar neue Tonnen bekommen, aber die sind völlig verdreckt“Anrainerin Emma Artmann

„Ich wohne im Häuserblock Wienerstraße 34-38. Wir sind insgesamt 54 Parteien. Die alten Tonnen für den Plastikmüll wurden abgeholt, dann hatten wir drei Wochen gar keine. Natürlich haben die Leute dan das Plastik zum Restmüll geworfen, was hätten sie sonst auch tun sollen. Jetzt haben wir zwar neue Tonnen bekommen, aber die sind völlig verdreckt“, ärgert sich etwa Anrainerin Emma Artmann.

Zu Wort gemeldet hat sich in der Causa bei der NÖN auch der ehemalige Gemeinderat Walter Wolf. Ihn wurmt vor allem, „dass beim gda davon gesprochen wird, dass die Bürger bei der Information über das neue System eine Holschuld hätten. Das sehe ich ganz und gar nicht so. Der Verband hat vielmehr eine Bringschuld!“ Wolf kritisiert auch, dass die 900 Sammelstellen für Glas und Metall um die Hälfte reduziert wurden. „Denn das trifft vor allem Menschen, die nicht so mobil sind und nun weitere Wege zurücklegen müssen.“

Stadt hat Fragenkatalog an gda übermittelt

Der Unmut der Bevölkerung wurde natürlich auch an Stadtpolitiker und Bürgermeisterin Ursula Puchebner herangetragen. „Wir haben daher einen Fragen- und Beschwerdenkatalog erarbeitet und dem gda zur Beantwortung übermittelt, denn dieser ist für die Entsorgung der Abfälle zuständig, nicht die Stadt“, erklärt die Ortschefin. Am Freitagnachmittag kam es dann zum „Krisengipfel“ von Vertretern der Gemeinde und des gda.

Laut dessen Obmann Anton Kasser sind die Probleme im verdichteten Wohnbau auf einen Fehler in der Logistik, der mit dem Containertausch beauftragten Firma zurückzuführen, der aber auch dem Verband erst spät gemeldet worden sei.

Müll-Krisengespräch: (von links) Dieter Stadlbauer vom Umweltreferat, gda-Obmann Anton Kasser, Bürgermeisterin Ursula Puchebner, Stadtrat Dominic Hörlezeder, und gda-Geschäftsführer Wolfgang Lindorfer.  |  Stadtgemeinde Amstetten

„Es wird aber mit Nachdruck daran gearbeitet und spätestens Ende der Kalenderwoche 24 sollten alle Wohnhausanlagen mit Restmüll-, Biomüll-, Papier- und Kunststoffcontainern versorgt sein“, sagt Kasser. Dass es künftig bei den Wohnhausanlagen keine Glas- und Metallcontainer mehr geben werde, sondern diese Wertstoffe bei den öffentlichen Sammelinseln zu entsorgen seien, habe man den Wohnbauträgern schon im März mitgeteilt. Das könne also keine Überraschung sein.

„Dass die Abfuhrpläne für die Gelben Säcke nicht gleich bei deren Ausgabe verteilt wurden, liegt daran, dass wir sie vom Frächter zu spät bekommen haben. Es tut uns wirklich leid, wir setzen alles daran, diese Fehlleistung des Frächters umgehend zu bereinigen“, betont der gda-Obmann. Er bittet auch Haushalte, die noch nicht mit dem Gelben Sack versorgt sind, sich beim gda zu melden.

Die noch ausständigen schriftlichen Abfuhrpläne würden, so Kasser, laufend in den Printmedien veröffentlicht und seien auch auf der Homepage der Gemeinde einseh- und abrufbar. Er verweist zudem auf die Hotline des gda unter der Nummer 07475/53340 269.

Auch die Stadtpolitiker bitten die Bürger um Verständnis und Geduld. „Eine System-Umstellung in dieser Größenordnung ist eine große Herausforderung. Wir haben dem gda aber alle Fehler mitgeteilt und hoffen, dass diese nun rasch gelöst werden“, sagen Bürgermeisterin Ursula Puchebner und Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder.