Ordination in Mauer 15 Mal ausgeschrieben. Keine Bewerber für Ordination in Mauer. Ärztekammer fordert ein Umdenken schon bei den Aufnahmetests der Universitäten.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 22. Januar 2019 (03:29)
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Symbolbild

15 Mal wurde die freie Kassenstelle in Mauer von der Ärztekammer ausgeschrieben, seit Dr. Leopold Klem mit Ende Juni 2018 in Pension ging. Bewerber gab es bisher keinen einzigen. „Wir werden dennoch weiterhin ausschreiben. Mittlerweile ist es aber eben so, dass wir nicht nur in ländlichen Gebieten, sondern auch in Stadtnähe Kassenstellen oft nicht mehr nachbesetzen können“, sagt Birgit Jung von der Presseabteilung der Ärztekammer.

Dass eine bessere Entlohnung der praktischen Ärzte das Problem lösen könnte, glaubt sie nicht. „Denn es ist einfach so, dass wir nicht mehr genug Ärzte haben und die Situation wird sich noch verschärfen, weil in naher Zukunft viele Allgemeinmediziner in Pension gehen.“ Ansetzen müsse man, so Jung, schon bei der Ausbildung der Ärzte. Ein Drittel der Mediziner wandere nach Vollendung des Studiums ins Ausland ab. Da müsse man Maßnahmen setzen, um sie im Inland zu halten.

Dass es immer weniger praktische Ärzte gibt, liegt nach Ansicht der Ärztekammer aber auch an den Aufnahmetests für das Studium. Diese seien eher auf Bewerber ausgelegt, die Karriere in medizinischen Fachbereichen machen oder auch in die Wirtschaft gehen wollen und nicht auf solche, die später als Landarzt arbeiten wollen. Es sei an der Regierung, dies zu ändern und auch die Zugangsbeschränkungen zum Studium zu lockern.

Stellenplangespräche finden regelmäßig statt

Bei der Gebietskrankenkasse weist man darauf hin, dass von den zehn Planstellen im Bereich Amstetten-Winklarn nur jene in Mauer offen sei. „In der Stadt sind alle sechs Planstellen mit Vertragsärzten besetzt. In Ulmerfeld-Hausmening gibt es zwei Stellen, die ebenfalls besetzt sind“, erklärt Barbara Mann von der Öffentlichkeitsarbeit der NÖ-Gebietskrankenkasse.

Vergeben sei auch die Planstelle in Neufurth, da sei der Vertragsarzt derzeit allerdings krank. „Sofern der Ordinationsinhaber für seine Abwesenheit keinen Vertreter findet, sieht der Gesamtvertrag der Ärztekammer die Vertretung durch die umliegenden Sprengelärzte vor. Wenn bei sehr langen Ordinationsschließungen keine Dauervertretung gefunden wird, versuchen NÖGKK und Ärztekammer im Rahmen ihrer regelmäßig stattfindenden Stellenplangespräche eine Lösung zu finden“, sagt Mann. Für die Ordination in Neufurth sei das derzeit aber noch kein Thema.

Die SPÖ in Amstetten hat (die NÖN berichtete) ja schon Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig eingeschaltet, die einen runden Tisch mit den Ärzten vorschlägt, um das Problem zu lösen. Die Gemeinde wäre auch bereit, einem neuen Arzt in Mauer bei der Ausstattung der Ordination unter die Arme zu greifen.