52-Jährige getötet: Einspruch gegen Anklageschrift. Die von der Staatsanwaltschaft St. Pölten eingebrachte Mordanklage gegen einen 39-Jährigen, der im Amstettner Stadtteil Greinsfurth im Mai eine 52-Jährige getötet haben soll, ist beeinsprucht worden.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 05. Dezember 2019 (12:02)
APA (Symbolbild)

Farid Rifaat, der Verteidiger des Beschuldigten, begründete diesen Schritt damit, dass das Ermittlungsverfahren noch unvollständig sei. Der Ball liegt nun beim Oberlandesgericht (OLG) Wien.

In der Anklage werden dem 39-jährigen deutschen Staatsbürger Mord und schwerer Raub vorgeworfen. "Wir sind der Meinung, dass noch Ermittlungsschritte zu setzen sind, die vor der Hauptverhandlung durchzuführen sind", sagte Rifaat am Donnerstag auf APA-Anfrage. Über den Einspruch entscheidet das OLG in einer nicht öffentlichen Sitzung.

Täter war zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig

An der Verantwortung seines Mandanten habe sich unterdessen nichts geändert, betonte der Jurist - der Deutsche hatte die Vorwürfe von Beginn an bestritten. Das bei ihm gefundene Handy des Opfers will der 39-Jährige von einem Fremden gekauft haben. Dass seine DNA-Spuren an der 52-Jährigen gefunden wurden, erklärte sich der Beschuldigte mit einem Zufall. Er will mit der Frau im Greinsfurther Supermarkt, in dem die Oberösterreicherin tätig gewesen war, bei einem Flaschenregal zusammengestoßen sein.

Die Leiche der Frau wurde am späten Abend des 28. Mai in einem Gebüsch neben dem Parkplatz des Einkaufszentrums WestSide City im Stadtteil Greinsfurth entdeckt. Die 52-Jährige dürfte dem Beschuldigten auf dem Weg zu ihrem abgestellten Auto begegnet sein. Der Verdächtige wurde nach rund zweimonatigen Ermittlungen am 29. Juli in Haag (Bezirk Amstetten) festgenommen. Einem psychiatrischen Gutachten zufolge war der Deutsche zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig. Damit liegen die Voraussetzungen für eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher nicht vor.