AK-Wahl: „Wählen gehen ist wichtig“. ÖAAB-FCG setzt auf Partnerschaft mit den Betrieben. Sorgen macht Beschäftigten vor allem Digitalisierung.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 13. März 2019 (04:00)
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AK-Vizepräsident Josef Hager, ÖAAB-Bezirksobmann Hannes Pressl und FCG-Spitzenkandidat im Bezirk und Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrats bei Umdasch, Andreas Schauer.

Der Arbeiterkammer-Wahlkampf geht in die heiße Phase. Gewählt wird vom 20. März bis 2. April, aber schon nächste Woche bekommen Arbeitnehmer die Unterlagen für die Briefwahl zugeschickt.

"Wahlbeteiligung dramatisch gesunken"

Die Vertreter der Fraktion Christlicher Gewerkschafter rufen auf, das Wahlrecht unbedingt wahrzunehmen. „In den westlichen Bundesländern ist die Wahlbeteiligung teils dramatisch gesunken, vor allem in den kleinen und mittleren Betrieben. „Wir hatten in Niederösterreich 40 Prozent und wollen die auch halten“, gibt Spitzenkandidat Josef Hager das Ziel vor.

FCG und ÖAAB setzen auf ein Miteinander in den Betrieben. „Wir schauen natürlich stark auf die Arbeitnehmer, aber wir wollen auch eine Partnerschaft mit den Arbeitgebern“, sagt Hager. In den letzten Wochen habe er 180 Betriebe besucht. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit samt 12-Stunden-Tag sei da kein Aufreger gewesen.

Mehr Sorgen bereite den Arbeitnehmern die Digitalisierung. „Wir wollen aber auch da eher auf die Chancen und Vorteile hinweisen“, betont Hager. Da Mitarbeiter als Ausstattung oft nur noch ein Handy und einen Laptop benötigten, sei es sinnvoll mehr Homeoffice-Plätze zu schaffen. „Das kommt auch der Umwelt zugute. Wir wollen Daten auf die Reise schicken und nicht Menschen.“

„Die AK und ihre Leistungen werden von den Arbeitnehmern oft als selbstverständlich empfunden. Aber das sind sie nicht und daher ist eine hohe Wahlbeteiligung wichtig, weil diese die Kammer stärkt.“ Andreas Schauer

Das sieht auch der FCG-Spitzenkandidat im Bezirk, Andreas Schauer, Umdasch-Angestellten-Betriebsratsvorsitzender so. „Wir sind ein weltweit tätiges Unternehmen. Die Zahl der Dienstreisen nimmt ab, weil nun oft Skype-Konferenzen stattfinden. Die Zeitverschiebung erfordert da aber natürlich hohe Flexibilität.“ Auch Schauer ruft auf, zur Wahl zu gehen. „Die AK und ihre Leistungen werden von den Arbeitnehmern oft als selbstverständlich empfunden. Aber das sind sie nicht und daher ist eine hohe Wahlbeteiligung wichtig, weil diese die Kammer stärkt.“

Da die Pressekonferenz just am internationalen Frauentag stattfand, war natürlich auch deren Situation im Berufsleben ein Thema: Das im Vergleich zu den Männern geringere Einkommen und auch die niedrigere Pension seien natürlich eine Folge der Teilzeitbeschäftigung von Frauen, erklärte Hager. „Trotz Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen wollen aber viele gar nicht länger arbeiten. Ich bin Zentralbetriebsrat bei DM. Wir haben eine Umfrage gemacht. Von 3.100 Teilzeitkräften haben 83 Prozent gesagt, dass sie mit ihrer Arbeitszeit zufrieden sind. Vor allem junge Leute denken da aber natürlich noch zu wenig an die Pension.“

Für ÖAAB-Bezirksobmann Hannes Pressl ist es daher auch Aufgabe der Betriebe, vor allem die Mitarbeiterinnen dahingehend zu sensibilisieren. „Und das passiert ja auch schon. Die Eigenverantwortung für die Altersvorsorge kann man den Leuten aber nicht abnehmen.“