Angeklagte: „Ich habe das nicht gemacht“. Mittels angeblicher Leergutrücknahmen soll 48-Jährige über 10.000 Euro aus Kasse eines Abholmarkts abgezweigt haben.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 05. Juni 2020 (03:54)
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Weil sie Bargeld aus der Kassa eines Abholmarktes entnommen haben soll, muss sich eine 48-Jährige jetzt wegen gewerbsmäßigen Diebstahls vor dem Richter verantworten.

Der Angeklagten wird vorgeworfen, als Kassierin insgesamt 10.697 Euro aus der Registrierkassa entnommen und durch Buchung von Leergutrücknahmen zu verschleiern versucht zu haben. „Jedes Mal, wenn Sie Dienst hatten, hat etwas bei den Leergutrücknahmen nicht gepasst. Wie erklären Sie sich das?“, fragt der Richter die Angeklagte. „Ich weiß es nicht. Ich habe das nicht gemacht“, beteuert die 48-Jährige.

Zwei Zeugen, die angeblich das Leergut zurückgebracht haben, sagen vor Gericht aus, dass sie entweder noch nie oder schon lange kein Leergut mehr zurückgebracht haben.

Kolleginnen haben nie etwas bemerkt

Mitarbeiterinnen, die ebenfalls mit der Angeklagten in dem Abholmarkt gearbeitet haben, hätten nie irgendetwas bemerkt, sei es, dass die 48-Jährige bei einer anderen Kassa gewesen wäre oder dort etwas eingegeben hätte.

„Im Büro ist lange Zeit ein Zettel mit allen Benutzernamen und Passwörtern gehängt“, erklärt die Angeklagte dem Richter und verweist darauf, dass jeder der Mitarbeiter die Passwörter des Anderen jederzeit einsehen konnte.

Da wegen Zeitüberschreitung an diesem Tag nicht alle Zeugen einvernommen werden konnten, wird die Verhandlung vertagt.