Gründer-Hype scheint vorbei, Bedingungen weiter gut. Leichte Abschwächung der Konjunktur zeichnet sich ab, Lage ist dennoch sehr gut. Hinterholzer will mit Brownfield-Förderung Nutzung brachliegender Gewerbeflächen forcieren.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 17. August 2019 (04:50)
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Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer und Zentrumsbetreuerin Doris Karl luden zur Pressekonferenz ins riz up Amstetten.

Ins riz up lud Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer am Freitag der Vorwoche zur Pressekonferenz. Und das aus gutem Grund. Die Erfolgsbilanz der Gründeragentur, die 2020 ihr 20-jähriges Jubiläum feiert, kann sich nämlich sehen lassen. „105 Mieter haben wir in dieser Zeit bereits gehabt, derzeit beherbergen wir 27 Unternehmen. Darunter zum Beispiel SolOcean, ein Start-Up, das Photovoltaik auf dem Meer nutzbar macht“, sagt Zentrumsbetreuerin Doris Karl.

"Brutstätte für junge Menschen mit guten Ideen"

riz-up bietet jungen Unternehmen Beratung und Hilfe in vielen Bereichen an, vom Business-plan über die Einnahmen/Ausgabenrechnung bis hin zur Rechtsberatung und der Entwicklung einer Marketingstrategie. „Es ist also die ideale Brutstätte für junge Menschen mit guten Ideen“, sagt Hinterholzer.

Die Zeit, ein Unternehmen zu gründen, ist nach wie vor günstig, denn die Wirtschaft boomt noch immer. „Wir haben zwar nicht mehr diesen Hype, aber die Lage ist immer noch sehr gut“, erklärt die Landtagsabgeordnete..

Im Bezirk werden sechs von zehn Euros im Export verdient, aber auch der private Konsum ist sehr wichtig. „Deshalb hoffe ich, dass im September vor der Wahl im Nationalrat noch die Entlastung der niedrigeren Einkommen beschlossen wird. Jeder Euro, den die Leute mehr bekommen, fließt eins zu eins in die heimische Wirtschaft“, betont die VP-Politikerin.

Erste Anzeichen einer sich doch etwas abschwächenden Konjunktur lassen sich im Bezirk am Arbeitsmarkt erkennen. „Im Juli ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen. Das ist ein Zeichen dafür, dass Industriebetriebe erstmals wieder Leasingarbeiter abgebaut haben“, sagt Hinterholzer.

Facharbeiter nach wie vor sehr gefragt

Die Nachfrage nach Facharbeitern ist in der Region aber ungebrochen. Es werde, so die VP-Politikerin, daher notwendig sein, mehr Leute auszubilden. „Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten und wir brauchen Techniker.“ Hinterholzer geht davon aus, dass mittelfristig die Infrastruktur der bestehenden HTLs in Waidhofen und Ybbs erweitert wird.

Erfreulich ist, dass erstmals seit zwei Jahren die Zahl der Lehrlinge im Bezirk wieder steigt. Daran zeigt sich für die Landtagsabgeordnete, dass Aktionen, wie zum Beispiel die Bildungsmeile, Früchte tragen.

Als wichtiges Thema für die Zukunft sieht es die VP-Politikerin auch im Bezirk an, vorhandene Betriebsflächen zu nutzen, anstatt neue Grundstücke zu verbauen. „Es gibt ja im Rahmen des Tourismus- und Wirtschaftsfonds schon eine sogenannte Brown field-Förderung. Beanspruchen können diese Unternehmer, die brachliegenden Betriebsflächen neues Leben einhauchen“, sagt Hinterholzer.

Sie will im Rahmen des Visionsprojeks 2030 im Großraum Amstetten anregen, eine Erhebung zu starten, wie viele ungenutzte gewerbliche Flächen in den einzelnen Gemeinden eigentlich vorhanden sind. „Denn dann können wir Betriebsgründer auch aktiv darauf aufmerksam machen.“