Grüne: „Überhöhter Preis für Citybus“. Jahresticket in Wien billiger als in Amstetten. Evaluierung des Citybusses läuft, auch über Tarife soll geredet werden.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 11. Juli 2019 (04:55)
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Sarah Huber bei einer Citybus-Haltestelle. Nach Ansicht der Grünen ist die Jahreskarte zu teuer.

382 Euro kostet eine Jahreskarte für den Amstettner Citybus – viel zu viel nach Ansicht der Grünen. „Dieser völlig überhöhte Preis ist nicht gerade ein Anreiz für die Bevölkerung vom Auto auf den Bus umzusteigen“, sagt Sarah Huber. Sie erinnert auch daran, dass man in Wien für ein Jahresticket für den gesamten öffentlichen Verkehr nur 365 Euro zahlt.

„Wir werden Druck machen, damit im Zuge der geplanten Evaluierung und Anpassung der Citybus-Fahrzeiten auch das Tarifsystem überarbeitet wird und diesbezüglich Gespräche mit dem VOR geführt werden“, sagt die Grün-Mandatarin.

Der Verkehrsverbund hat ja mit 1. Juli seine Tarife für Wochen-, Monats- und Jahreskarten angehoben. Die nun geltenden Preise in NÖ sind nach Ansicht der Grünen ebenfalls viel zu hoch. „Ein Pendler von Amstetten nach St. Pölten muss jetzt für seine Jahreskarte 1.369 Euro bezahlen. Das ist eine enorme finanzielle Belastung, die nicht motiviert, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Gerade im Hinblick auf die Klimakrise sollten die Karten günstiger werden, statt jährlich noch teurer“, sagt Huber.

„Werden im Herbst auch über Tarife reden“

SP-Verkehrssprecher Bernhard Wagner will sich in Sachen Citybus-Tarif nicht festlegen. „Das wäre verfrüht. Es wird derzeit ja die Taktung der Busse evaluiert. In den Gesprächen, die nach der Sommerpause zu führen sind, wird man dann natürlich auch über die Preise reden.“ Klar sei, dass jede Tarifverminderung für die Fahrgäste zulasten der Stadt gehen werde. Der öffentliche Verkehr beschert den Stadtwerken jetzt schon jährlich über eine halbe Million Euro Abgang.

Auch VP-Mobilitätssprecher Markus Brandstetter will das Ergebnis der Evaluierung abwarten. „Ich habe da ja auch die Daten meiner Pendlerumfrage zur Verfügung gestellt. Die Frage, die wir im Herbst beantworten müssen, lautet: Wie kann man das ganze Citybus-System verbessern und was ist uns das auch wert?“

Aus seiner Sicht gilt es vor allem, den Citybus mehr im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. „Er wird zwar wahrgenommen, ist aber nicht in den Köpfen drinnen. Die Leute haben noch immer Barrieren, den Bus zu nutzen und viele kennen auch die Routen nach wie vor zu wenig. Wir müssen uns also mit den Kunden stärker auseinandersetzen und dann eine strategische Entscheidung treffen, wieviel Geld wir in den öffentlichen Verkehr investieren wollen.“