Lukas Michlmayr neuer Bezirksobmann beim ÖAAB. Lukas Michlmayr wird am 25. November zum neuen Bezirksobmann gewählt. Sein Vorgänger Hannes Pressl bekundet Interesse am Amt des NÖ Gemeindebundpräsidenten.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 19. November 2019 (04:27)
Hannes Pressl (rechts) übergibt die Funktion des Bezirksobmannes des ÖAAB an Lukas Michlmayr.
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Man kann ihm nicht vorwerfen ein Sesselkleber zu sein: Nach sechs Jahren als Bezirksobmann des ÖAAB gibt Ardaggers Bürgermeister Hannes Pressl seine Funktion an Haags Ortschef Lukas Michlmayr weiter. „Es kommen in der Arbeitswelt mit der Digitalisierung und Flexibilisierung neue Herausforderungen auf uns zu. Auch die Lebenswelten ändern sich. Das betrifft besonders die jungen Menschen und daher ist es der richtige Zeitpunkt, die Obmannschaft in jüngere Hände zu legen“, begründete Pressl seinen Rückzug am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Hotel Exel.

Der scheidende Obmann zieht ein positives Resümee der letzten Jahre: Der ÖAAB habe bei den diversen Wahlgängen herzeigbare Ergebnisse für die ÖVP eingefahren und der Slogan „Wer arbeitet, darf nicht der Dumme sein“, habe zu einer Diskussion des Leistungsbegriffes geführt. „Es muss ja unser aller höchstes Ziel sein, am Arbeitsprozess teilzunehmen und nicht eine Sozialleistung zu erlangen“, betont Pressl. Er brach auch erneut eine Lanze für die erfolgte Arbeitszeitflexibilisierung durch Türkis-Blau. „Denn da geht es nicht um Zwang zu irgendetwas, sondern darum, auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer zu reagieren“, sagt Pressl. Einmal mehr plädierte er auch für die steuerliche Entlastung der Arbeit.

ÖAAB hat derzeit rund 6.000 Mitglieder

Pressl übergibt eine Organisation mit rund 6.000 Mitgliedern. Die Zahl hat sich während seiner Obmannschaft stabilisiert und ist sogar wieder angestiegen. Auf diese positive Entwicklung will natürlich auch Lukas Michlmayr aufbauen. Derzeit tourt er durch den Bezirk, um sich den ÖAAB-Mitgliedern, die ihn noch nicht kennen, bei den Organtagen vorzustellen. „Ich treffe da auch immer wieder Leute, die ich schon von der Jungen ÖVP kenne, deren Bezirksobmann ich ja auch sechs Jahre lang war. Nur sind wir jetzt alle älter und erfahrener und in einer anderen Lebensphase“, berichtet Michlmayr.

Selbst junger Vater und Häuslbauer hat er natürlich die Situation der Jungefamilien besonders im Blick und auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In dieser Phase brauche man am meisten Geld, daher müsse man über höhere Einstiegsgehälter und dafür eine Abflachung der Kurve zur Pension hin nachdenken. Handlungsbedarf sieht Michlmayr im Öffentlichen Dienst. „Denn wir Gemeinden sind mit unseren Löhnen gegenüber der Wirtschaft nicht konkurrenzfähig und dadurch ist es auch so schwierig für uns, Leute zu finden.“

Im Verhältnis zu den Wirtschaftstreibenden will Michlmayr an die „bewährte Tradition des ÖAAB anknüpfen. Es geht um ein Miteinander und nicht um ein Gegeneinander. Gute Lösungen können wir nur gemeinsam finden.“

Auch Michlmayr spricht sich für eine steuerliche Entlastung der Arbeitnehmer aus. „Denn wenn man auf den Lohnzettel schaut und sieht, dass die Hälfte von dem, was man verdient, abgezogen wird, dann ärgert man sich zurecht.“

Hannes Pressl wird im ÖAAB-Vorstand bleiben. Er meldete aber am Donnerstag auch Interesse an der Funktion des NÖ Gemeindebundpräsidenten an, der im Frühjahr von den Bürgermeistern im Land neu gewählt wird. Vize ist er ja schon.