Hat Angestellte 1.477 Mal in die Kassa gegriffen?. 45-Jährige streitet vor Gericht ab, ihren Arbeitgeber um Geld geprellt und den Diebstahl verschleiert zu haben.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 10. September 2019 (03:45)
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Symbolbild

Mit schweren Anschuldigungen sieht sich eine 45-Jährige aus Amstetten konfrontiert. Ihren Dienstgeber soll sie um 130.000 Euro geprellt haben. Wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung muss sie nun in einem Prozess am Landesgericht Rede und Antwort stehen.

1.477 Mal soll die Angeklagte als Geschäftsführerin binnen sieben Jahren Geld aus einer Registrierkasse genommen und eingesackt haben. Laut Staatsanwaltschaft trickste sie dann, um alles zu verschleiern, indem sie Auszahlungsbelege mit willkürlich gewählten Kundennamen und Kommissionsnummern ausdruckte, unterfertigte und an die Buchhaltung übergab.

Nicht geständig

Geständig ist die Amstettnerin dazu nicht. „Sie wurde entlassen, hat deswegen Klage eingereicht. Dann wurde sie angezeigt. Sie hat sich nie Luxuskleidung gekauft, keine Drogen konsumiert, war nicht im Casino. Sie bekennt sich nicht nur nicht schuldig, sondern ist auch unschuldig“, meint ihr Verteidiger vor Gericht.

„Ein Geständnis ist der wichtigste Milderungsgrund“, erklärt der dem Schöffensenat vorsitzende Richter der Angeklagten. „Es ist hilfreich, wenn man schuldig ist, die Karten auf den Tisch zu legen“, sagt er. Denn: „Solche Verfahren können langwierig werden und ein Leben finanziell ruinieren.“

Die Angeklagte bleibt dabei, sie will nichts Unrechtes getan haben. Um Gutachten einzuholen, wird der Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt.