Kasernenfest wegen Budgetproblemen abgesagt. Tag der offenen Tür findet heuer nicht statt. Geld fehlt aber auch in anderen Bereichen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 15. August 2019 (04:36)
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Mit spektakulären Vorführungen lockte das Jägerbataillon 12 beim Tag der offenenTür immer viel Publikum in die Kaserne. Heuer muss die Veranstaltung aus Kostengründen entfallen.

Das Geld fehlt dem österreichischen Bundesheer an allen Ecken und Enden. Damit es in diesem Jahr seine Kernaufgaben erfüllen kann, hat ihm Verteidigungsminister Thomas Starlinger einen strengen Sparkurs verordnet – und dieser schlägt nun auch im Bezirk auf.

Der Tag der offenen Tür samt Leistungsschau des Jägerbataillons 12, der in den letzten Jahren immer viele Besucher in die Ostarrichi-Kaserne lockte, wurde abgesagt. „Da geht es auch darum, Überstunden beim Personal einzusparen, denn die brauchen wir für die Ausbildung der Rekruten und für Übungen. Wir könnten den Tag der offenen Tür natürlich auch statt am Samstag am Freitag machen, aber da kommen dann weniger Leute und daher wäre der Aufwand wiederum zu hoch“, sagt Kasernenkommandant Oberst Rudolf Halbartschlager.

Auch 2014 ausgefallen

Er will nun am Freitag, 30. August, zumindest aber die Eltern der neuen Rekruten in die Kaserne einladen, um ihnen einen Überblick über die Ausbildung der Grundwehrdiener zu geben. Dass der Tag der offenen Tür ausfällt, ist übrigens keine Premiere: Schon 2014 musste die Ostarrichi-Kaserne die Veranstaltung absagen, weil die finanzielle Situation ähnlich prekär war. „Das Problem ist, dass wir in den letzten 15 bis 20 Jahren nicht mehr finanzielle Mittel bekommen haben, sondern dass das Budget eher reduziert worden ist. Dadurch gibt es jetzt auch einen Investitionsstau.“

Die Kaserne feiert 2022 ihr 40-Jahr-Jubiläum. Ein erfreulicher Anlass, aber natürlich gäbe es nach dieser langen Zeit baulich einiges zu tun. Einer der Kreuzbauten wurde auch schon saniert und bei einem zweiten laufen die Arbeiten. Dieses Projekt wurde zum Glück noch im Vorjahr budgetiert.

Die Fahrzeugflotte ist überaltert

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Kasernenkommandant Oberst Rudolf Halbartschlager.

Aber auch die Fahrzeugflotte der Ostarrichi-Kaserne ist „überaltert und reduziert. Da geht es uns genauso wie dem Rest des Heeres. Und im Bereich der Waffen wäre ebenfalls das eine oder andere zu erneuern – zum Beispiel Nachtsichtgeräte“, sagt Halbartschlager.

Derzeit ist übrigens eine Kaderpräsenzeinheit der Ostarrichi-Kaserne, bestehend aus 45 Leuten, im Kosovo im Einsatz. „Das wird in Zukunft budgetär aber wohl auch schwierig werden“, betont der Kommandant.

Auswirkungen hat die Finanzmisere auch auf die Angelobungsfeiern. In Zeillern ging sie in der Vorwoche noch am Abend über die Bühne, weil das schon längerfristig so terminisiert war. Künftig werden Angelobungen aber am Nachmittag stattfinden. Auch da gilt es Überstunden zu sparen.