Polit-Streit um Hauptplatz. SP plauderte Gestaltungsideen aus. Für VP, FP und auch Grüne will sie sich mit fremden Federn schmücken.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 05. März 2019 (05:10)
NÖN
FP-Stadträtin Brigitte Kashofer wirft der SP Vertrauensbruch vor. SP- Stadtchefin Ursula Puchebner will Hauptplatzgestaltung auf breiter Basis diskutieren.

Bei ihrer Mobilisierungskonferenz hat die SPÖ den Besuchern einen Vorgeschmack auf die Neugestaltung des Hauptplatzes gegeben, die unter dem Motto „Wasser erleben“ stehen soll. Stadtchefin Ursula Puchebner berichtete, dass das Zentrum eine „grünere Note“ bekommen solle. Man wolle fixe Sitzgelegenheiten schaffen und auch Kunst präsentieren. Auch Bilder wurden gezeigt.

Die Opposition reagiert gereizt auf diese Präsentation. „Für uns hat die SPÖ mit der Bürgermeisterin an der Spitze da ein klares Foul begangen. Es werden Maßnahmen, die wir überparteilich in einem Prozess mit Unterstützung der NÖ-Regional und der Moststraße erarbeitet haben, als eigene Ideen verkauft. Dies zeugt von fehlender Handschlagqualität und einem üblen Politstil“, empört sich ÖVP-Fraktionsobmann Markus Brandstetter.

Die Lösungsansätze für den Amstettner Hauptplatz würden schon seit Jahren diskutiert und seien nicht eine Erfindung der Sozialdemokraten. „Seit über 3.000 Tagen steht Amstetten unter der Führung von Bürgermeisterin Puchebner. Da war ausreichend Zeit Innenstadt und Hauptplatz neu zu beleben. Das ist aber nicht geschehen“, sagt Brandstetter. Er fordert die SPÖ daher auf, ihre „Verantwortung für die Misere am Hauptplatz“ wahrzunehmen und gemeinsam mit allen anderen Fraktionen an einer Lösung des Problems zu arbeiten.

„Faire Zusammenarbeit mit SP nicht möglich“

Auch FPÖ-Stadträtin Brigitte Kashofer ortet einen „eklatanten Vertrauensbruch. Die SPÖ hat allen anderen Parteien strengste Geheimhaltungspflicht auferlegt und ist nun selber an die Öffentlichkeit gegangen. Wir wurden einmal mehr in der Meinung bestätigt, dass eine faire Zusammenarbeit mit der SPÖ nicht möglich ist.“

Verschnupft ist auch der Koalitionspartner der Sozialdemokraten (im Gespräch anbei) „Wir drängen seit Jahren auf eine Vitalisierung des Hauptplatzes. Gerade die dauerhafte Begrünung, das Pflanzen von großen Bäumen als Schatten- und Energiespender mit Filterfunktion der Luft, war für die SPÖ aber seit Jahren ein Tabu-Thema. Man hat das Ausmaß der Klimakatastrophe leider nicht erkannt“, ärgert sich Grün-Gemeinderätin Sarah Huber.


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