Amstetten

Erstellt am 13. Februar 2019, 05:10

von Hermann Knapp

Science Fiction: Faszination Perry Rhodan. Die größte fortlaufende Romanserie der Welt feiert mit Band 3.000 ein galaktisches Jubiläum. Auch im Bezirk Amstetten hat sie treue Leser, wie etwa Anton Geister.

Anton Geister mit einer Rarität: dem ersten Perry Rhodan-Roman aus dem Jahre 1961.   |  Knapp

Weder Star Wars noch Star Trek ist das größte Science-Fiction-Epos der Welt. Diesen Anspruch kann eine deutsche Romanserie stellen: Perry Rhodan. Seit 1961 erscheint wöchentlich ein Heft mit etwa 64 Seiten. Im ersten Band landet der amerikanische Astronaut Perry Rhodan am Mond und trifft dort auf Außerirdische. Was folgt, ist der Aufbruch der geeinten Menschheit zu den Sternen, wo ihr Gefahren drohen und Wunder begegnen.

All das wird in einer fortlaufenden Geschichte erzählt – seit inzwischen bald 58 Jahren. Sogar eine eigene Kosmologie haben die Autoren entworfen, in der sich Superintelligenzen tummeln und Kosmokraten und Chaotarchen im ewigen Kampf zwischen Gut und Böse gegenüberstehen. Diese Woche erscheint der 3.000. Band und die Hauptperson ist noch immer Perry Rhodan, der schon in den Anfängen der Serie unsterblich wurde – mittels eines sogenannten Zellaktivators.

Schon als Bub auf die Serie gestoßen

Die Perry Rhodan-Leser finden sich überall – auch im Bezirk. Zu ihnen gehört zum Beispiel Anton Geister, seines Zeichens Stadtrat der ÖVP in Amstetten. „Ich bin mit elf oder zwölf Jahren auf die Serie gestoßen. Ein Onkel hat die Romane gelesen und da sind mir einige in die Hände gefallen. Die Geschichte hat mich begeistert.“ Seit damals verfolgt er die Abenteuer Perry Rhodans und der Menschheit. Viele Hefte stehen zuhause im Keller.

„Eine vierstellige Zahl wird es schon sein. Ich habe sie mir lange Jahre immer in der Bahnhofstrafik aufheben lassen. Inzwischen bin ich aber auf E-Book umgestiegen“, berichtet Geister. Er ist kein eingefleischter Science-Fiction-Fan und liest auch schon mal gerne ein Sachbuch. An der Perry-Rhodan-Serie fasziniert ihn aber, dass wirklich über so viele Jahre eine fortlaufende Geschichte erzählt wird – inzwischen schon von der dritten oder vierten Generation von Autoren. Jene, die sie begonnen haben, leben nicht mehr. Die Serie ist übrigens in Zyklen unterteilt, die im Schnitt hundert Bände umfassen, manchmal auch mehr.

Auch Markus Brandstetter und sein Sohn Elias sind vom „Perry-Rhodan-Virus“ infiziert. Sie lesen die Silberbände.  |  privat

„Natürlich gab es im Laufe der Zeit auch etliche Tiefpunkte, wo man durchtauchen musste. Da habe ich dann die Hefte eher aus Gewohnheit gekauft und oft nur sporadisch gelesen“, sagt Geister. Eine wirkliche Lieblingsfigur hat er nicht. „Es sind oft mehr die skurrilen und interessanten Nebenfiguren, die mich faszinieren, weil die Autoren da ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Bei den Hauptpersonen sind sie mehr an Vorgaben gebunden.“

Geister nennt übrigens auch eine Rarität sein Eigen: ein Originalexemplar des Heftes eins aus dem Jahr 1961.

Mit dem Band 3.000 „Mythos Erde“ wird in der Serie ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte aufgeschlagen und Perry Rhodan und seine Gefährten werden sich bislang unbekannten Gefahren stellen müssen.

Anton Geister wird sie dabei begleiten: „Es ist einfach ein lieb gewonnenes Hobby und eine nette Entspannung, den neuen Perry-Rhodan-Roman zu lesen“, sagt er. Geister ist aber nicht der einzige Perry Rhodan-Fan in der ÖVP Amstetten. Auch Markus Brandstetter liest, ebenso wie sein Sohn Elias, die Serie – allerdings in Form der sogenannten Silberbände, dem Nachdruck der Heftromane in Buchformat.

Geeinte Menschheit auf dem Weg zu den Sternen

„Bücher haben in unserer Familie einen hohen Stellenwert. Eines Tages hat Elias meine Schachtel mit den Silberbänden entdeckt. Seither ist er wie ich vom ,Virus Perry Rhodan‘ angesteckt. Der Gedanke, dass die Menschheit ihre Probleme hinter sich gelassen und gemeinsam den Weg zu den Sternen angetreten hat, ist faszinierend. Elias meint, es gibt kaum einen Moment, wo es nicht spannend ist und dem kann ich nur zustimmen“, sagt Brandstetter.

Zumindest einen weiteren Perry-Rhodan-Leser gibt es im Bezirk übrigens noch. Den Autor dieser Zeilen, der der Serie auch schon seit Kindestagen die Treue hält, und wirklich alle bald 3.000 Bände im Keller hat.