Amazon-Ansiedlung:„Würden das nicht machen“

Erstellt am 30. November 2022 | 03:28
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ÖVP, Grüne und FPÖ rund um Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder, Vizebürgermeister Markus Brandstetter, Bürgermeister Christian Haberhauer und Gemeinderat Christian Schrammel (von links) stimmten für die Resolution.
Foto: privat
Der Amstettner Gemeinderat verabschiedete eine Resolution gegen die mögliche Ansiedlung von Amazon in St. Valentin. Dort halten SPÖ und ÖVP solche Zurufe von außen für entbehrlich.

Der Amstettner Gemeinderat hat – mit Stimmenthaltung und einer Gegenstimme der SPÖ – eine Resolution an den Gemeinderat und die Bürgermeisterin in St. Valentin beschlossen. Inhalt: Man solle die mögliche Ansiedlung des Internet-Riesen Amazon auf einem 53.000 Quadratmeter großen Gelände nochmals überdenken und dort nachhaltigere Unternehmen ansiedeln. „Statt eine ordentliche Zahl qualitativ wertvoller Arbeitsplätze zu schaffen, versucht die Stadtführung, am Aussterben der Innenstadt mit Amazon kurzfristig schnelles Geld zu machen. Das ist weder nachhaltig noch in irgendeiner Form zielführend“, heißt es in der Resolution. „Wir investieren bewusst ins Amstettner Zentrum, um unsere Geschäfte und die Gastronomie zu stärken. Ein Logistikzentrum eines Online-Handelsriesen in nächster Nachbarschaft wäre daher ein fatales Zeichen“, sagt Vizebürgermeister Markus Brandstetter.

In St. Valentin sieht man die Einmischung in gemeindeeigene Angelegenheiten naturgemäß nicht gern. „Das ist eine neue Qualität, dass eine Gemeinde einer anderen bei Betriebsansiedelungen dreinredet“, sieht Bürgermeisterin und SPÖ-Landtagsabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr die Resolution als Wahlkampfaktion, die es bei einer ÖVP-geführten Gemeinde nicht geben würde. „Man muss schon die Frage über das wirtschaftliche Verständnis der Kollegen in Amstetten stellen, denn eine regionale Auswirkung eines Verteilzentrums ist schon sehr fraglich“, stellt Suchan-Mayr klar.

Vor den Kopf gestoßen hat die Amstettner ÖVP auch die St. Valentiner Parteikollegen, die dem Projekt eher positiv gegenüberstehen. Zudem würde ein ÖVP-Gemeinderat einen Grund für das Projekt zur Verfügung stellen. „Zu den Beweggründen der Amstettner Kollegen will ich gar keine persönliche Meinung abgeben, aber wir würden das nicht machen“, betont ÖVP-Stadtrat Andreas Pum. Für ihn ist die Resolution vor allem „ein Zeichen an die eigenen Bürger in Amstetten, mit dem man zeigen will, dass man für sie da ist. Wie weit man das Argument überzeugend bringen kann, ist eine andere Frage“, betont Pum.