Türkiser Jubel und rote Trauer im Bezirk Amstetten. Die ÖVP ist der Wahlsieger und legt in vielen Gemeinden zu. SPÖ und FPÖ zumeist mit Verlusten.

Von Peter Führer. Update am 26. Januar 2020 (23:18)
Christian Haberhauer feierte mit der Volkspartei in Amstetten einen Wahlsieg. Generell konnte die VP in vielen Gemeinden zulegen.
VP

Die Gemeinderatswahlen sind geschlagen und brachten mehrere Sensationen. Allen voran in Amstetten. Dort feiert Neueinsteiger Christian Haberhauer einen historischen Erfolg. Er führte die Volkspartei auf den ersten Platz. In St. Pantaleon holte die VP die absolute Mehrheit, große Zugewinne gab es auch in St. Georgen am Ybbsfelde (plus vier Mandate) oder Aschbach (plus fünf Mandate).

Zwar gibt es auch Gemeinden, in denen es für Türkis ein Minus setzte, zum Beispiel in Ernsthofen oder Ferschnitz, zumeist war bei der Volkspartei allerdings Jubeln angesagt.

Für die Sozialdemokratie setzte es am Sonntag zahlreiche Rückschläge. Neben der herben Niederlage in Amstetten, wo man wohl das Bürgermeisteramt an die Volkspartei verloren hat, konnte die SPÖ in den meisten Landgemeinden nicht reüssieren. In Euratsfeld und Ferschnitz hält man zum Beispiel nur noch bei einem Mandat. In Ertl fiel man überhaupt aus dem Gemeinderat raus. Eine der wenigen positiven Ausnahmen für die Sozialdemokratie war Ennsdorf. Dort legte die SPÖ mit Bürgermeister Daniel Lachmayr zu.

Für die Freiheitlichen gab es am Wahltag ebenfalls wenig zu lachen. Zumeist setzte es Verluste, in Haag und Ferschnitz flog man aus dem Gemeinderat. Insgesamt verlor man im Bezirk 13 Mandate.

Allerdings: dort, wo die FPÖ erstmals antrat, schaffte man auch den Einzug in den Gemeinderat: in Winklarn (ein Mandat), Zeillern (zwei Mandate) und in Ertl (ein Mandat). In Blindenmarkt wechselte das blaue Lager großteils zum Plan B von Ex-FP-Niederösterreich Klubobmann Martin Huber. Die neue Fraktion holte fünf der sieben vormaligen FP-Mandate, der Rest ging zur ÖVP.

Die Grünen hielten in Amstetten und Euratsfeld, ihren Mandatsstand. In Seitenstetten und St. Valentin gewann man jeweils ein Mandat dazu.

Durchwachsene Ergebnisse gab es für die Bürgerlisten. Die Liste Vielfalt für Ferschnitz schaffte auf Anhieb sieben Mandate, Auf der Gegenseite verpasste Jungpolitiker Benjamin Ripfl den Einzug in den Gemeinderat. Die Liste für Haag legte massiv zu, ist abermals zweitstärkste Kraft. Die Bürgerliste Enns-Donauwinkel schied in Ennsdorf aus dem Gemeinderat aus, schaffte aber in St. Pantaleon beim erstmaligen Antritt zwei Mandate.

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