Disput um Homeoffice auf Zeillerns Gemeinde. SPÖ Zeillern brachte Antrag ein, Notebooks für Gemeindemitarbeiter zu beschaffen. Gemeinderatsmehrheit und Bürgermeister sahen Dringlichkeit nicht gegeben.

Von Peter Führer. Erstellt am 14. April 2021 (04:35)
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Um den Gemeindeamt-Mitarbeitern Homeoffice zu ermöglichen, brachte die SPÖ bei der Gemeinderatssitzung einen Dringlichkeitsantrag ein. Dieser sah vor, die Bediensteten mit Notebooks auszustatten und die Gemeinde-Software entsprechend zu adaptieren.

„Gerade die Gemeindeverwaltung ist ein Bereich mit regelmäßigem Kundenverkehr und die Ansteckungsgefahr daher entsprechend hoch. Die Mitarbeiter im Gemeindeamt sind daher bestmöglich vor der Ansteckung mit Covid-19 zu schützen“, heißt es im Antrag, der von SPÖ-Mandatarin Sabine Holler-Mondl eingebracht wurde.

„Wir wollten mit den Notebooks und Homeoffice verhindern, dass bei einem positiven Fall alle fünf Mitarbeiter in Quarantäne müssen und so das Gemeindeamt für zehn Tage still steht.“SPÖ-Obmann Erwin Gugler über die Hintergründe des Antrags

Die 15 anwesenden Gemeinderäte stimmten über die Aufnahme auf die Tagesordnung ab. Das Ergebnis: vier Stimmen dafür, neun Enthaltungen und zwei Gegenstimmen. Und damit keine Aufnahme auf die Tagesordnung. Die SPÖ zeigte dafür kein Verständnis.

„Wir konnten so nicht einmal darüber diskutieren. Angeblich war der Antrag zu wenig detailliert ausgearbeitet und keine Dringlichkeit gegeben. Wir wollten mit den Notebooks und Homeoffice aber verhindern, dass bei einem positiven Fall alle fünf Mitarbeiter in Quarantäne müssen und so das Gemeindeamt für zehn Tage still steht“, erklärt SPÖ-Obmann Erwin Gugler.

Er verweist auf die Situation im Amstettner Stadtamt, wo es vor Kurzem zu mehreren Corona-Fällen und Absonderungen kam. „Durch die Notebooks hätten wir ein geringeres Risiko, dass alle K1-Personen sind und das Gemeindeamt für 14 Tage gesperrt wird. Außerdem könnten die gesunden Mitarbeiter so auch von zuhause weiterarbeiten“, führt Obmann Gugler weiter aus.

„Homeoffice schon im Vorjahr probiert“

Bürgermeister Friedrich Pallinger (ÖVP) sah die Dringlichkeit und Notwendigkeit des Antrages nicht gegeben. „Wenn sich die SPÖ informiert hätte, dann würde sie wissen, dass wir schon im Vorjahr Homeoffice ausprobiert haben. Die Mitarbeiter wollten das nicht und waren nicht zufrieden, weil die Arbeit vom Gemeindeamt aus einfach effizienter erledigt werden kann und zum Beispiel aus Datenschutzgründen nur der Drucker im Gemeindeamt benutzt wird. Die SPÖ hat den Antrag eingebracht, aber mit keinem Verwaltungsbediensteten vorher dazu gesprochen.“

Er möchte Homeoffice nicht einfach anordnen, sondern „den Mitarbeitern ein Arbeitsumfeld bieten, in dem sie ihren Aufgaben für die Gemeindebürger bestmöglich nachkommen können“, sagt Pallinger.

Aus seiner Sicht hätte man vorher das Gespräch suchen
sollen. Zudem waren mehrere Laptops angeschafft worden, für die bereits geplant war, sie mit allen Zugängen für einen Homeoffice-Betrieb einsatzfähig zu machen.

„Die Mitarbeiter haben entweder ein eigenes Büro oder arbeiten möglichst abwechselnd beziehungsweise räumlich getrennt. Wir halten die Abstände und Sicherheitsvorkehrungen ein und bieten natürlich auch regelmäßig Tests an. Wir sollten also gut vorbereitet sein“, argumentiert er.
Auch verweist Pallinger darauf, dass der Dringlichkeitsantrag der demokratischen Abstimmung keine Mehrheit fand und es keine alleinige Entscheidung von ihm gewesen sei.