Schweinefleisch-Preis ist im Keller

Erstellt am 19. Juni 2022 | 06:20
Lesezeit: 2 Min
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Bauernbunddirektor Paul Nemecek und Schweinebauer Hannes Schoder aus Ardagger.
Foto: NOEN
Schweinebauern bangen um ihre Existenz und der Bauernbund sieht die Versorgungssicherheit im Land gefährdet.

„Wir verstehen derzeit die Welt nicht mehr“, sagt Schweinebauer Hannes Schoder aus Ardagger: „Während der Preis für Schweinefleisch im Keller ist und wir von Woche zu Woche weniger bekommen, schießen die Erzeugungskosten von Eiweißfuttermitteln über Strom und Düngemitteln bis zu den Maschinenkosten in die Höhe.“ Wie ihm geht es auch allen anderen Kollegen im Bezirk und im Land. Ursachen dafür sind der Krieg in der Ukraine und Verwerfungen auf den Weltmärkten.

Dabei haben Österreichs Schweinebauern durch Corona ohnehin eine lange Durststrecke hinter sich: „Die Lockdowns, geschlossene Gasthäuser sowie der ausbleibende Tourismus sorgten schon in den letzten zwei Jahren für schlechte Preise. Der Anteil der produzierenden Familienbetriebe am Verkaufspreis ist zu niedrig. „Wir stehen mit unseren Höfen am Abgrund – bald können wir nicht mehr“, sagt Schoder.

Bauernbunddirektor Paul Nemecek, der in der Vorwoche auf dem Bauernhof der Familie Schoder zu Besuch war, sieht die Versorgungssicherheit im Land in Gefahr: „Sorgen wir nicht rasch für Unterstützung unserer Bäuerinnen und Bauern, werden viele das Handtuch werfen. Und jeder Schweinebauer, der in Österreich zusperrt, wird durch einen ausländischen ersetzt“, malt er ein düsteres Bild der Zukunft.

Nemecek fordert eine rasche Entlastung der Landwirte beim Agrardiesel. „In anderen EU-Ländern wie Deutschland und Frankreich hat man bereits entsprechende Maßnahmen für die Landwirtschaft gesetzt, auch wir brauchen hier rasch eine vernünftige Lösung. Sonst leidet unsere Wettbewerbsfähigkeit und letztendlich droht uns dann der Verlust der Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln!“