Gemeinde kauft Silo und hat Pläne für Fehringerturm. Die Gemeinde kauft das Gebäude und will es sinnvoll nutzen – unter anderem als Photovoltaikanlage.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 19. Februar 2019 (06:12)

Einen historischen Beschluss hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwochabend gefasst. „Wir haben ein Verkaufsangebot von Frau Adelheid Aigner für den Fehringerturm angenommen“, berichtet Bürgermeister Martin Schlöglhofer. Wie viel die Gemeinde für das Gebäude zahlen wird, wollte er noch nicht verraten, weil der Kaufvertrag noch nicht unterschrieben ist. „Wir erfüllen mit diesem Kauf aber einen von der Bevölkerung immer wieder vorgebrachten Wunsch“, sagt der Ortschef.

Knapp
Bürgermeister Martin Schlöglhofer vor dem großen Fehringerturm, der sich in den nächsten Monaten in eine große Photovoltaik-Anlage verwandeln soll. Der Gemeinderat hat in der Vorwoche den Beschluss zum Kauf des Gebäudes gefasst.

Tatsächlich ist die „Industrieleiche“ Fehringerturm vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Zu Zeiten der Firma Fehringer wurde in dem Silo Futter aufbewahrt und auch gemischt. Es diente zur Versorgung der eigenen Hühnermastbetriebe.

Als 1998 aber das endgültige Aus für das Fehringer Hendlimperium kam, sank der Silo in einen Dornröschenschlaf – von der Mostviertel Geflügelhof GmbH & Co KG, die bis zum Jahr 2000 versuchte, den Betrieb aufrechtzuerhalten, wurde er kaum genutzt. Versuche, ihn einer neuen Bestimmung zuzuführen, gab es zwar öfter, aber sie scheiterten allesamt. Im Jahr 2003 war zum Beispiel davon die Rede, dass der Silo in einen Kletterturm samt Restaurant umgewandelt werden soll. Doch das Vorhaben scheiterte.

Abriss würde runde 400.000 Euro kosten

Die Gemeindepolitik beschäftigte der außen immer desolater erscheinende Turm über die Jahre regelmäßig. „Auch wir überlegen schon seit längerer Zeit, was wir mit dem Gebäude machen könnten“, berichtet Schlöglhofer. Den Turm zu kaufen und einfach abzureißen kam für die Kommune aus Kostengründen nicht in Frage. Denn die Stahlbetonkonstruktion dem Erdboden gleichzumachen würde laut Expertenschätzungen rund 400.000 Euro verschlingen.

„Jetzt haben wir aber eine Nutzungsvariante gefunden, mit der wir die Kosten für den Ankauf langfristig wieder hereinbringen“, berichtet Schlöglhofer und lässt dann die sprichwörtliche Katze aus dem Sack: „Wir werden den kleinen Turm schleifen und den großen Turm auf drei Seiten mit Photovoltaikpaneelen (rund 1.000 Quadratmeter Fläche) einkleiden. Es entsteht da also eine Anlage mit einer Leistung von 200kWpeak.“ Der Strom wird direkt ins EVN-Netz fließen, eine Trafostation steht am Grundstück. Für die PV-Anlage wird es auch eine Investitionsförderung geben, der Einspeistarif wird bei sieben Cent pro kw/h liegen.

„Lang gehegter Wunsch der Bevölkerung“

Optisch wird der Turm durch die Photovoltaik-Paneele ohne Zweifel zu einem Blickfang werden. Für Schlöglhofer ist auch die Diskussion über künftige Nutzungsmöglichkeiten nicht abgeschlossen. „Man könnte auch überlegen, im oberen Bereich eine Art Aussichtsplattform zu schaffen und den Turm touristisch zu nutzen, das werden wir mit der Moststraße besprechen. Denkbar ist auch eine Kletterwand auf der vierten Seite“, nennt er nur eine Möglichkeit. Die Photovoltaikanlage könnte noch im Herbst oder im Frühjahr 2020 in Betrieb gehen.

Zustimmung zum Ankauf des Fehringerturms kam von der Bürgerliste „WIR in Aschbach“. „Wir unterstützen eine nachhaltige und ökologische Verwendung des großen Turms mittels Photovoltaikanlage und den Abriss des kleineren Turms. Wichtig war uns, dass bereits im Vorfeld des Kaufs die Nutzung sicher gestellt war“, sagt Gemeinderat Markus Krenn.

Es sei ein lang gehegter Wunsch der Bevölkerung, diesen „Schandfleck im Ortsbild“ einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.


Mehr dazu

Umfrage beendet

  • Photovoltaik am Fehringerturm: Eine gute Idee?