Regenbogen-Schutzweg in Amstetten musste entfernt werden

Erstellt am 01. Juli 2022 | 12:12
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Brigit und Claudia Kern beim Regenbogen-Schutzweg in der Kubastastraße. Er wurde heute auf Anordnung der BH wieder schwarzweiß gefärbt.
Foto: SPÖ
Beim Kreisverkehr Kubastastraße/Wiener Straße hatte die Stadt einen Regenbogen-Zebrastreifen angebracht, um auf die Anliegen der LGBTIQ-Gemeinschaft (lesbische, schwule, bisexuelle, Transgender-, nichtbinäre, intersexuelle und queere Personen) aufmerksam zu machen. Heute musste er auf Anordnung der Bezirkshauptmannschaft wieder entfernt werden, weil er ohne Nachfrage installiert worden sei und die Sicherheit der Fußgänger nicht ausreichend gewährleiste.

Die Anregung zur Gestaltung des Zebrastreifens kam von Gemeinderätin Birgit Kern die in einer eingetragenen Partnerschaft mit ihrer Frau Claudia lebt. „Ich habe einen Brief an den Bürgermeister geschrieben und ihn gebeten, einen Regenbogen-Schutzweg zu ermöglich, worauf er mich an den Verkehrsausschuss verwiesen hat“, berichtet die SPÖ-Politikerin. Dort wurde das Anliegen durchaus positiv aufgenommen und vor einigen Wochen der Zebrastreifen eingefärbt. 

"Leider haben wir ihn auf Anordnung der Behörde nun wieder entfernen müssen, weil das dort kein ampelgeregelter Übergang ist. Wir werden aber eine Alternative suchen, ich bin da mit Birgit Kern in guter Abstimmung. Die ganze Diskussion rund um die Regenbogen-Schutzwege zeigt, dass unsere Gesellschaft unbedingt solche Zeichen braucht", sagt ÖVP-Vizebürgermeister Markus Brandstetter, Vorsitzender des Verkehrsausschusses.

Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer erklärt, dass ein von der Bezirkshauptmannschaft verordneter Schutzweg von der Stadt ohne Nachfrage eingefärbt worden sei. "Es gibt in Niederösterreich aber ein Regelwerk wie ein Schutzweg auszusehen hat und der kann nicht einfach durch ein buntes Malwerk ersetzt werden. In Bereich Wiener Straße/Kubastastraße sind am Tag rund 10.000 Autos unterwegs, das ist also verkehrstechnisch eine heikle Stelle. Daher ist der Schutzweg sehr wichtig und er lebt vom Kontrast", sagt die Behördenleiterin.

Für Gerersdorfer ist es aber denkbar an anderer Stelle in der Stadt einen Regenbogen-Schutzweg zu installieren - etwa im Bereich einer ampelgeregelten Kreuzung, weil dort der Schutzweg nicht der alleinige Sicherheitsgarant für die Fußgänger sei. "Auf jeden Fall muss das aber im Vorfeld besprochen und mit der Verkehrsbehörde auch abgestimmt werden", sagt die Bezirkshauptfrau.

Brigit Kern tut die Entfernung des bunten Schutzweges natürlich auch leid. "Zumindest hat er aber im Pride-Monat auf unsere Anliegen hingewiesen. Er wäre halt grundsätzlich ein schönes Zeichen gewesen. Vielleicht findet sich ja doch noch ein anderer Platz", hofft sie.