Blutspenden: Ein Stich, der Leben rettet. In den Sommermonaten wird frisches Blut häufig zur Mangelware.

Von Gerold Keusch. Erstellt am 25. Juni 2019 (04:50)
ÖRK/Thomas Marecek
Alle 90 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve benötigt. Die mobilen Blutspendeteams bieten die Möglichkeit, sich vor Ort Blut abnehmen zu lassen und dadurch zum Lebensretter zu werden.

„Viele Menschen, auch fleißige Blutspender, sind während des Sommers im Ausland oder durch andere Aktivitäten verhindert, um ihr Blut zu spenden“, erklärt Brigitte Amler, Teamleiterin der mobilen Blutabnahme des Roten Kreuzes. „Der Bestand an Blutkonserven ist zwar relativ stabil, dennoch ist der Bedarf in der Reise- und Urlaubszeit leicht erhöht. Da die Konserven nur 42 Tage verwendet werden können, kann es im Sommer zu Engpässen kommen“, so Amler.

Ständig neue Spender gesucht

Nicht nur der Bedarf, auch die Anzahl der Spender ist seit Jahren stabil. Dennoch müssen Schwankungen oder kurzfristige Spitzen abgedeckt werden. Deshalb versendet das Rote Kreuz Nachrichten an Menschen mit den gesuchten Blutgruppen und teilt ihnen mit, wann und wo die nächste Blutspendeaktion stattfindet. Dadurch ist die Versorgung trotz der Engpässe im Sommer das gesamte Jahr gesichert. Damit das auch in Zukunft so bleibt, werden ständig neue Spender gesucht. „Um einen neuen Spender zu gewinnen, ist die Erstspende entscheidend. Wer diese Schwelle überwunden hat, kommt häufig wieder“, sagt Amler. Aus diesem Grund kooperiert das Rote Kreuz mit Schulen oder dem Österreichischen Bundesheer.

Die Rekruten müssen ihre Blutgruppe bestimmen lassen. Im Zuge dessen können sie Blut spenden, was beinahe alle tun. Aber nicht nur Grundwehrdiener, auch Kadersoldaten sind regelmäßige Spender. „Heute hatte ich die 86. Blutspende“, sagt Reinhard Settele. Der Offiziersstellvertreter ist seit 1982 beim Bundesheer. Mindestens zweimal im Jahr spendet er Blut.

„Die Blutspende bietet den Vorteil einer kostenlosen Blutuntersuchung und sie dient einem guten Zweck“, erklärt der Berufssoldat seine Motivation. Für Settele gibt es einen zusätzlichen Grund zu spenden: „Ich bin Motorradfahrer und wäre bei einem Unfall auf Spenderblut angewiesen. Somit fühle ich mich verpflichtet, meines zu geben, wenn es andere benötigen.“ Im Jahr 2018 gab es in den niederösterreichischen Kasernen 58 Blutspendeaktionen, die etwa fünf Prozent des Bedarfs an Blutkonserven deckten.

Blutspendeaktionen finden aber auch in Gasthäusern, bei Ortsfeuerwehren oder in den Bezirksstellen des Roten Kreuzes statt.

Auslandsaufenthalt als Ausschließungsgrund

Am 15. Juni, einen Tag nach dem Weltblutspendetag, gab es in St. Valentin die Möglichkeit, Blut bei der Rot-Kreuz-Bezirksstelle zu spenden. 165 Personen nutzten diese Gelegenheit, wobei 29 Personen aus verschiedenen Gründen abgelehnt werden mussten. „Beispiele für Ausschließungsgründe sind Tattoos oder Piercing, die jünger als vier Monate sind, Auslandsaufenthalte in bestimmten Ländern, gewisse Medikamente, Fieberblasen, aber auch Untergewicht“, erklärt Michael Praska, der Organisationsleiter vom Roten Kreuz in St. Valentin.

Viele Ausschließungsgründe sind zeitlich begrenzt. Somit lohnt es sich, bei der Blutspende-Servicenummer 0800 190 190 nachzufragen, ob bzw. wann man wieder spenden darf. Die Bilanz der St. Valentiner Aktion waren 60 Liter Blut von 136 Spendern. Praska ist mit dem Ergebnis zufrieden, dennoch hofft auch er auf neue Spender. „Die meisten Erstspender kommen auf Empfehlung von langjährigen Spendern. Zusätzlich machen wir Werbung, wie Inserate, Plakate oder nutzen die sozialen Medien. Wir schreiben aber auch Interessenten persönlich an“.

Für langjährige Spender gibt es ein besonderes Dankeschön in Form von Verdienstmedaillen. In St. Valentin erreichten je zwei Personen mit ihrer 25. bzw. 50. Spende die Voraussetzungen für die bronzene bzw. silberne Medaille. Die Verleihung soll bei der nächsten Blutspende erfolgen. Im Jahr 2018 gab es im Bezirk Amstetten 46 Blutspendeaktionen. Dabei gab es 4.224 Vollblutspenden von insgesamt 2.933 Spendern.

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