Amstetten

Erstellt am 15. Januar 2019, 05:08

von Peter Führer und Andreas Kössl

„Das Sprachrohr der kleinen Leute“. Die Sozialdemokratie feierte ihr Jubiläum. Die Partei hat aber schon bessere Zeiten erlebt. Wie sieht die Basis die Zukunft?

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„In Zeiten, in welchen der Sozialstaat rückgebaut wird, im Gesundheitsbereich Einschnitte in Milliardenhöhe erfolgen, die Großindustrie im Gegensatz zu Arbeitnehmern sowie Klein- und Mittelbetrieben Vorrang bekommt, die Sprache verroht und Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt werden, ist eine Bewegung, deren politisches Ziel der soziale Ausgleich ist, von besonderer Bedeutung“, betont SP-Bezirksvorsitzende Ulrike Königsberger Ludwig.

„Das Sprachrohr der kleinen Leute“

Die Hoffnungen, die in die SPÖ gesetzt werden, seien aufgrund ihrer 130-jährigen Geschichte kein Geheimnis. „Ihre Wähler erwarten sich, dass die SPÖ das politische Sprachrohr der kleinen Leute ist und ihre Anliegen vertritt“, so die Landesrätin. Der Wählerverlust für die Partei könne nicht auf wenige Punkte festgemacht werden. Nationale und internationale Veränderungen der Parteienlandschaft und die Abnahme der Parteienbindungen seien zwei Gründe.

SPÖ/Grafik: Bischof

„Zudem zeigen Forschungsergebnisse, dass die neoliberale Globalisierung vor allem sozialdemokratischen Bewegungen schadete, weil rechtspopulistische Parteien einfache Antworten formulierten“, analysiert die Bezirksvorsitzende. Man müsse sich aber auch selbst bei der Nase nehmen und in den eigenen Reihen auf Fehlersuche gehen, wenn man Wählerstimmen verliert. Notwendig sei es, sich immer wieder selbst zu hinterfragen. „Aktuell arbeiten wir in Niederösterreich an einem Parteienstatut, das mehr Mitbestimmung der Mitglieder ermöglicht und die Partei nach außen hin offener gestaltet“, berichtet Königsberger-Ludwig.

 Alternative zur Politik der Rechtskonservativen

 Dass sie weiterhin ein „Garant für eine Verbesserung des Lebensstandards aller arbeitenden Menschen und eine treibende Kraft im Bemühen um eine schönere und bessere Welt“ bleibt, erwartet sich der langjährige SPÖ-Landespolitiker Eduard Keusch aus Sonntagberg von seiner Partei.

Für den langjährigen SP-Landespolitiker Eduard Keusch ist die SPÖ das soziale Gewissen der Nation.
 
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Für den ehemaligen Abgeordneten soll die Sozialdemokratie für eine solidarische Gesellschaft unter strikter Beachtung der Menschenwürde und die Gleichwertigkeit von Kapital und Arbeit stehen. Wichtig wäre es, eine echte Alternative zur Politik der Rechtskonservativen, die Reiche noch reicher und Arme immer ärmer macht, zu sein. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, leistbares Wohnen, eine gerechte Verteilung der gemeinsam erarbeiteten Wertschöpfung und soziale Absicherung sind weitere Eckpfeiler“, sagt Keusch. Der technologische Wandel erfordert andere Strategien, aber die Herausforderungen der Sozialdemokratie wären immer noch die gleichen: „Sie ist nach wie vor das soziale Gewissen der Nation.“

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