E-Mobilität: Ergänzung oder mehr?. Autohäuser klären über die Vor- und Nachteile von e-Autos auf.

Von Peter Führer. Erstellt am 21. Januar 2020 (04:35)
Statistik Austria; Foto: ParabolStudio/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

E-Autos sind weiterhin nur für wenige Käufer attraktiv. Lediglich 84 der 3.919 Pkw-Neuzulassungen im Bezirk waren e-Autos. Das entspricht einem Anteil von knapp über 2 Prozent. Berücksichtigt man alle Kfz-Neuzulassungen, liegt man bei 2,9 Prozent (siehe Grafik). Hat Elektromobilität bei so geringer Nachfrage überhaupt eine Zukunft?

„Das voll elektrische Auto wird im Kleinwagenbereich das Angebot sehr gut erweitern“, ist Manuel Weitmann vom Autohaus Weitmann überzeugt. Er schätzt, dass sich der Marktanteil mittelfristig bei 10 bis 15 Prozent einpendelt. Der Diesel habe aber bei weitem noch nicht ausgedient. „Die Kunden, die wirtschaftlich denken und sich weder politisch noch medial zu stark beeinflussen lassen, kaufen nach wie vor die aktuellen Diesel-Modelle. Der Anteil im letzten Halbjahr war in unserem Premiumsegment zu 80 Prozent der Diesel“, unterstreicht Weitmann. Die neuen Motoren seien sauberer und würden besten wirtschaftlichen Nutzen liefern.

Doch wie sieht es allgemein mit der Nachfrage aus? Insgesamt waren die Marken Volkswagen (573 Neuzulassungen), Ford (341) und Skoda (311) im Vorjahr die beliebtesten Marken. Aus Weitmanns Sicht gehe der Trend zum Jungwagen. „Die Einführung von neuen Plug-In-Hybrid-Versionen wird aber die Neuwagenverkäufe aufgrund vieler Vorteile (Nova-Begünstigung, Möglichkeit bis 60 Kilometer elektrisch zu fahren) ankurbeln. Die Zeit ist und wird hart, wobei die Talsohle 2019 erreicht wurde“, ist er sicher.

Gute Erfahrungen bei e-Mobilität gesammelt

Beim Autohaus Senker konnte man im Marktsegment der Elektromobilität gute Erfahrungen machen. „Alternative Antriebsformen wie Plug-In-Hybride und Erdgasmodelle und e-Mobilität sind eine sehr gute Ergänzung im Angebotsspektrum. Wir sind offen für individuelle Mobilitätskonzepte und haben die e-Ladeinfrastruktur ausgebaut“, erklärt Geschäftsführer Harald Heiss. Gleichzeitig schätze man das vielfältige Angebot an sparsamen und effizienten Benzin- und Dieselmodellen.

Mit dem Jahr 2019 könne man sehr zufrieden sein. So setzte das Autohaus Senker mit seinen fünf Standorten in Summe 4.220 Neu- und Gebrauchtwagen ab. „Damit gelang es uns in unserem Händlergebiet, drei unserer Marken auf die Ränge eins bis drei zu platzieren. Wie im gesamten Österreich führen bei uns die Marken Volkswagen vor Skoda und Seat die Markenwertung an“, berichtet Heiß.

„Der Druck auf die Autobranche steigt“

Bezüglich e-Mobilität erklärt Petra Aiginger-Klein vom Autohaus Aiginger: „Die Zeiten, als nur Benzin- oder Dieselmotor zur Wahl standen, sind vorbei. Der Druck auf die Autobranche und auf die Händler nimmt zu.“ So dürfen Hersteller die verschärften CO2-Flottenziele der EU bei den verkauften Autos nicht überschreiten. Sonst drohen Strafzahlungen in Milliardenhöhe. „Ein Weg dazu ist der Verkauf von Elektro- und Hybridfahrzeugen jeder Art. Ob dem jedoch der Kundenwunsch entspricht, wird sich noch zeigen müssen“, verrät Aiginger-Klein weiter. Die geforderte Energiebereitstellung sei ein großes Thema. Es bedürfe zudem weiterer Anreize durch Förderungen.

Für die Zukunft sei man beim Autohaus Aiginger gerüstet. „Wir freuen uns, 2019 wieder mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen zu haben. Wer aber zukunftsfähig sein will, muss sich mit Veränderungen auseinandersetzen und die Chancen und Herausforderungen wahrnehmen. In unserem Autohaus haben wir mit Volvo, Ford und Subaru Hersteller, die verstärkt an der Entwicklung alternativer Antriebe, autonomer Autos und digitaler Vernetzung arbeiten, um brauchbare Lösungen anzubieten.

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