Engagierte Bürger helfen im Mostviertel. Eine Plattform engagierter Bürger hilft Menschen mit Nahrung und Kleidung.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 14. März 2020 (05:54)
Sie stellten beim Benefizkonzert in der NMS Seitenstetten die Hilfsorganisation „Wir helfen im Mostviertel“ kurz vor: Julia Hassl, Traudi Kosch, Sabine Schiefer, Robert Lindtner und Gabriele Schiefer (von links).
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Eine Hand gibt, die andere nimmt“ – das zeigt schon das Logo der Gruppe „Wir helfen im Mostviertel“, die sich im Besonderen bedürftiger Kinder und Erwachsener annimmt, um ihnen kurzfristig, vorübergehend sowie unbürokratisch und rasch mit Sachspenden unter die Arme greifen zu können.

Derzeit werden etwa 40 ‚Schützlinge‘ von acht sogenannten ‚Admins‘ betreut und mit dem Allerwichtigsten für das tägliche Leben versorgt. Kinder dürfen sich demnächst über ein Osternesterl freuen und werden auch zu Weihnachten und zum Geburtstag mit Geschenken bedacht. „Der Wunschzettel dieser Kinder schaut allerdings anders aus, das können schon einmal eine Wärmeflasche oder dringend benötigte Winterschuhe sein. Diese ‚Gaben‘ lassen dann zumindest für kurze Zeit ein wenig Hoffnung und Freude aufflackern!“, berichtet die Gesamtkoordinatorin Sabine Schiefer. Bei einem Erstgespräch versuchen die freiwilligen Mitarbeiter, die gegebene Situation auszuloten, um dann effizient und zielgerichtet Hilfe leisten zu können. „Wir garantieren Vertraulichkeit, das gilt für Spender und Empfänger gleichermaßen“, versichert Sabine.

Jeder kann schnell und einfach helfen

Etwa 1.500 ‚Mitglieder‘ haben sich in den dreieinhalb Jahren des Bestehens schon in diesem Netzwerk zusammengefunden, Facebook ist das Kommunikationsmedium. „Durch Kontaktaufnahme mit einem unserer ‚Admins‘ in Blindenmarkt, Seitenstetten Waidhofen/Ybbs oder Steyr kann man sich dieser Hilfsorganisation anschließen, die auch mit anderen sozialen Einrichtungen und wohltätigen Vereinen kooperiert. In der Regel wird bei monatlichen Besuchen den wichtigsten Bedürfnissen der ‚Schützlinge‘ entsprochen, manchmal ist dies auch wöchentlich vonnöten. „Wir helfen vor allem dann, wenn die offizielle Hilfe noch nicht gegeben ist“, sagt Schiefer.

Jeder kann Sachspenden wie Kleidung oder haltbare Lebensmittel in dezentralen Räumlichkeiten abgeben, auch Körperpflegeartikel, Babywäsche, Schulsachen und Geschirr sind gefragt. Daniela Fehringer war selbst in solch einer Notlage, jetzt hilft sie wie 90% der einst Betreuten aktiv mit, Waren zu überbringen und auch einfach Zeit zu schenken. „Wir helfen im Akutfall, Ziel aber ist es, wieder in die Selbstständig- und Unabhängigkeit zu gelangen“, ergänzt Daniela.

Sabine Schiefer und Daniela Fehringer, die selbst einmal Unterstützung brauchte, helfen im Mostviertel (von links).
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Wenn die im Pflegebereich tätige Sabine Schiefer demnächst auch Schüler der Mittelschule Seitenstetten, die ein Benefizkonzert für diese Organisation veranstaltet haben, zu häuslichen Besuchen mit Warenübergabe mitnimmt, dann dürfen die Jugendlichen geben und nehmen zugleich, wird dabei doch das soziale Bewusstsein schon in jungen Jahren geschärft. Schiefer: „Erfreulicherweise solidarisieren sich Menschen aller Bevölkerungsschichten mit unseren Anliegen. Vielleicht gründen wir auch einmal einen Verein, aber viel wichtiger ist uns, zu verstehen, zu begleiten und zu unterstützen, wenn das Leben einmal anders verläuft als geplant!“