Biberbach

Erstellt am 14. Februar 2019, 05:13

von Hermann Knapp

Projekt: Archiv wird aufgebaut. Gemeinde wird Programm kaufen und Räume im Gemeindeamt adaptieren.

Trafen sich zur Besprechung über den Aufbau eines Gemeindearchivs (von links):Brigitte Hofschwaiger, Heidi Ramskogler, Bürgermeister Fritz Hinterleitner und Martina Rödl vom Landesarchiv.  |  Knapp

In der Gemeinde hat man sich den Aufbau eines Archivs zur Aufgabe gemacht. Das Land hat das ja eigentlich allen Kommunen gesetzlich vorgeschrieben, mit der Umsetzung sind diese aber unterschiedlich weit. „Wir haben nun das Glück, dass wir vom Arbeitsmarktservice für dieses Projekt eine Mitarbeiterin für ein halbes Jahr gefördert bekommen“, berichtet Bürgermeister Fritz Hinterleitner. Heidi Ramskogler aus Biberbach wird sich dieser Aufgabe annehmen.

In der Vorwoche fand am Gemeindeamt eine erste Besprechung statt. Mit dabei war auch Martina Rödl vom Landesarchiv, die die Gemeinde bei ihrem Vorhaben unterstützt. Sie bringt das nötige Know-how ein, worauf bei der Schaffung von Archivräumen zu achten ist. „Wichtig ist zum Beispiel eine gleichmäßige Temperatur zwischen 17 und 22 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 45 bis 50 Prozent, da hält sich Papier am besten“, erklärt sie. Geeignete Räume im Obergeschoß des Gemeindeamts stehen in Biberbach zur Verfügungen. „Bezüglich Temperatur müssen wir schauen, da wird im Sommer vielleicht noch eine bessere Beschattung notwendig sein“, sagt der Ortschef.

Die Gemeinde wird sich auch Archivkartons anschaffen, um ihre Dokumente zu horten. „Da ist es wichtig, dass sie nicht zu säurehaltig sind, denn auch das wirkt sich negativ auf Papier aus“, plaudert Rödl aus der hohen Schule des Archivwesens.

Geschichte schon sehr gut aufgearbeitet

Gut aufgearbeitet ist die Geschichte Biberbachs ja schon lange. Das hat der ehemalige Lehrer Karl Lammerhuber in akribischer Arbeit über viele Jahre hinweg besorgt. Von ihm stammen zum Beispiel die detaillierte Gemeindechronik und eine äußerst genau recherchierte und daher sehr dicke Hauschronik.

Über ein umfangreiches digitales Fotoarchiv verfügt die Gemeinde schon. Die Biberbacherin Brigitte Hofschwaiger hat in stundenlanger ehrenamtlicher Arbeit zahlreiche Bilder eingescannt. Als Tochter des Amstettner Hobby-Historikers und langjährigen Stadtarchivars Josef Plaimer hat sie das Archivwesen gewissermaßen im Blut und wird sich auch weiterhin freiwillig am Projekt beteiligen. „Ein besonderes Anliegen wäre es mir, die Vierkanter in der Gemeinde aufzuarbeiten, denn das wurde bislang in Biberbach noch nicht gemacht“, sagt sie.

Die Gemeinde wird sich auch ein eigenes Archivprogramm anschaffen. „Denn natürlich wollen wir den Großteil der Unterlagen und Dokumente digital erfassen und speichern“, sagt Hinterleitner.