Umweltstadtrat Hörlezeder über Schlägerung verärgert

Erstellt am 23. Januar 2018 | 04:16
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Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder beim Brunnenschutzgebiet an der Oedhofstraße, das derzeit keinen schönen Anblick bietet. Die Stadtwerke haben den Wald roden lassen, weil Gefahr in Verzug war. Nach Ansicht des Grünpolitikers hätten aber längst nicht alle Bäume gefällt werden müssen.
Foto: Hermann Knapp
Amstettner Stadtwerke haben Wald roden lassen, weil Gefahr in Verzug war. Für Hörlezeder ist Ausmaß der Fällung zu groß.

Einen wüsten Anblick bietet derzeit das Brunnenschutzgebiet an der Ödhofstraße beim Wasserwerk in der Ardaggerstraße. Im November wurde dort kräftig abgeholzt. Nur einige junge Bäume stehen noch. Zuständig für die Schlägerung sind die Stadtwerke und diese sind nach Ansicht von Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder zu radikal ans Werk gegangen.

„Im Oktober 2017 sind einige Eschen umgefallen“ 

„Es war zwar offenbar Gefahr in Verzug, weil Eschen krank waren, aber deshalb hätte man meiner Ansicht nach nicht gleich den ganzen Wald abholzen müssen“, erklärt der Grünmandatar. Die Bäume im Innenbereich des Grundstückes hätten seiner Meinung nach keine Gefahr dargestellt. Hörlezeder stört aber auch, „dass ich im Vorfeld keine Information über die geplante Fällung bekam.“ Er fordert, dass künftig jegliche Schlägerung von Bäumen mit dem neu geschaffenen Umweltreferat abgesprochen wird.

Für Stadtwerkechef Robert Simmer gab es keine Alternative zur Rodung im Brunnenschutzgebiet. „Im Oktober 2017 sind einige Eschen umgefallen und ich habe Mails von sehr besorgten Anrainern bekommen, die sich gefährdet fühlten“, berichtet Simmer. Da Gefahr in Verzug war, habe er veranlasst, dass alle Stämme bis zu einer Entfernung von 40 Metern zum Straßenrand und auch alle kranken Bäume entfernt werden.

90 Prozent der Bäume waren schon krank

Die damit beauftragte Firma habe dann festgestellt, dass etwa 90 Prozent aller Bäume in der Baumkrone oder am Wurzelstock Krankheitsanzeichen aufwiesen. „Die verbleibenden zehn Prozent nicht zu fällen hätte keinen Sinn gemacht, weil diese dem Wind nicht hätten standhalten können und außerdem ihr Absterben absehbar war, weil sich im Boden die Verursacher für Eschentriebsterben und Stockfäule befinden“, erklärt Simmer.

Das Ausbringen des Holzes sei bislang nicht möglich gewesen, da müsse man entweder auf Frost oder auf ein Auftrocknen des Bodens warten. „Die Stämme liegen also noch dort und so kann sich jeder selbst überzeugen, dass die Eschen krank waren“, sagt der Stadtwerkechef.

Bürgermeisterin Ursula Puch ebner räumt ein, dass das Areal derzeit keinen schönen Anblick bietet. Aber auch sie betont, dass es keine Alternative zur Rodung des Waldes gab. „Vorrang hat natürlich, dass niemand zu Schaden kommt.“