Amstetten

Erstellt am 12. Februar 2019, 05:02

von Hermann Knapp

Meinung der Bürger gefragt. Was soll mit Stadtsaal und Bauhof geschehen? Bevölkerung zum Mitreden eingeladen.

Ortsvorsteher Egon Brandl am Bauhof. Es besteht dringender Sanierungsbedarf.   |  Knapp

Am kommenden Mittwoch, 13. Februar, um 18.30 Uhr lädt Ortsvorsteher Egon Brandl in den Stadtsaal zur Diskussion über wichtige anstehende Entscheidungen und Projekte im Ortsteil ein.
Zur Debatte steht ja schon seit einigen Jahren der Stadtsaal, der im Jahr 1980 errichtet wurde und sich seit dem Jahr 2000 im Besitz der Gemeinde befindet. Mittlerweile ist das Gebäude in die Jahre gekommen. „Es entspricht baulich natürlich nicht mehr den modernen Ansprüchen, weder in Hinsicht auf Barrierefreiheit noch energietechnisch. Daher liegt die Idee nahe, den Saal abzubrechen. Wir hätten dann am Standort ein Areal von rund 7.500 Quadratmetern zur Verfügung“, berichtet der SP-Politiker. Die Stadt könnte da ein neues Gebäude errichten. Welches, ist noch nicht klar, es gibt verschiedene Optionen.

Bauhof ist 30 Jahre alt und sanierungsbedürftig

Handlungsbedarf hat die Gemeinde ja zum Beispiel auch beim Bauhof Hausmening. „Er ist über 30 Jahre alt und wir haben dort noch nicht einmal getrennte WCs für Männer und Frauen. Da muss wirklich dringend etwas geschehen“, sagt der Ortsvorsteher. Eine Erweiterung oder ein Neubau am momentanen Standort ist aufgrund der beengten Lage nicht sinnvoll.
Eine Variante mit Charme wäre, auf der Landeswiese gleich einen gemeinsamen Bauhof für die Ortsteile Hausmening und Mauer zu errichten. Dort ist das Gebäude zwar noch gut in Schuss, liegt aber mitten im Wohngebiet. Wenn zum Beispiel im Winter die Schneepflüge um 4 Uhr ausfahren, ist das für die Anrainer nicht lustig.

Der Bauhof von Hausmening könnte entweder auf den Standort des derzeitigen Stadtsaals oder auf die Landeswiese an der B121 übersiedeln. Dort würde die Stadt dann gleich einen gemeinsam Bauhof für beide Ortsteile (auch Mauer) errichten. Das Land hat aber noch kein grünes Licht für den Grundkauf gegeben.   |  Stadtgemeinde

Die Stadt will ein rund 14.500 Quadratmeter großes Areal auf der Landeswiese erwerben. Doch bislang ist mit dem Land noch keine Einigung über Preis und sonstige Konditionen gelungen. Auf die vom Land verlangte Bauverpflichtung innerhalb von fünf Jahren wollte sich Amstetten nicht einlassen, da es bei kommunalen Projekten, auch aufgrund politischer Diskussionen, immer wieder zu Verzögerungen kommen kann.

Jetzt wird die Zeit aber allmählich knapp, denn für Brandl ist klar, das in Sachen Bauhof noch im Frühjahr eine Entscheidung fallen muss. „Wenn vom Land also nicht bald grünes Licht für den Kauf des Grundstücks auf der Landeswiese kommt, dann wäre die naheliegende Option, den neuen Hausmeninger Bauhof auf dem Gelände des derzeitigen Stadtsaals zu bauen. Dort wäre dann eventuell auch noch Platz für einen eigenen kleineren Veranstaltungssaal“, sagt der Ortsvorsteher.

Ortsvorstehung und Veranstaltungssaal

Sollte das Projekt Gemeinschaftsbauhof auf der Landeswiese doch spruchreif werden, wäre hingegen die Übersiedlung der Ortsvorstehung auf das Gelände des Stadtsaals denkbar, ebenfalls verbunden mit dem Bau eines neuen Veranstaltungssaals. „Da stellt sich aber natürlich die Frage, ob wir diese Projekte dann auch finanziell stemmen können“, sagt Brandl.
Die ÖVP kann einer Kombination von Ortsvorstehung und Saal jedenfalls viel abgewinnen, wobei da für Ortsparteiobmann Anton Geister der Abriss des alten Saales nicht zwingend ist. „Wir haben uns das Projekt KemArt in Kematen angesehen. Dort waren die Voraussetzungen ähnlich und es wurde eine großartige Lösung zu einem vernünftigen Preis gefunden. Das wäre bei uns sicher auch möglich“, sagt er. In Sachen Bauhof hält auch Geister die Landeswiese für den besten Standort.

Brandl will auf jeden Fall die Bevölkerung in die anstehenden Entscheidungen intensiv einbinden. „Wir wollen gemeinsam erörtern, inwieweit ein Stadtsaal als gemeinsamer Treffpunkt und als Heimstätte für Vereine von der Bevölkerung vor Ort tatsächlich gewollt ist, und wenn, was eine Einrichtung dieser Art heute alles bieten muss. Wir wollen eine Lösung finden, die möglichst vielen Menschen und Vereinen, die das Leben in unserem Ort prägen, gerecht wird. Ich hoffe daher, dass viele die Gelegenheit nutzen und zur Diskussionsveranstaltung am Mittwoch kommen“, sagt der Ortsvorsteher.