Seltener Gendefekt: Eine Hilfswelle für die dreijährige Melissa

Aufgrund eines seltenen Gendefekts kann Melissa (3) weder sprechen, noch sitzen oder gehen. Ein Spezial-Computer soll es ihr ermöglichen, zu kommunizieren. Für das Gerät werden Spenden gesammelt.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 05:06
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Auf den ersten Blick sieht Melissa (3) wie ein völlig gesundes Mädchen aus. Freundlich lächelnd blickt sie einem entgegen. Ihre Augen erkunden neugierig und wissbegierig die Welt. Auf den ersten Blick ist nicht erkennbar, dass Melissa an einem Gendefekt leidet. Sie kann weder sprechen, noch gehen, laufen, selbstständig essen, sitzen oder wo hinzeigen.

„Melissa leidet von Geburt an unter dem Gendefekt ‚GNA01’. Dieser ist sehr selten. Es gibt in Österreich nur ein oder zwei weitere Fälle. Leider gibt es dafür keine Behandlung oder eine Prognose, wie sich Melissa weiter entwickeln könnte“, erklärt Mutter Natalie Menk (23).

Diagnose erfolgte erst nach über einem Jahr

Nach der Geburt dauerte es viele Monate, ehe der Defekt diagnostiziert wurde. Erst, als Natalie erkannte, dass mit der Entwicklung ihrer Tochter etwas nicht stimmte, nahm sie Kontakt mit Ärzten und Spezialisten auf. „Ich habe zuerst geglaubt, sie ist vielleicht eine Spät-Entwicklerin. Wir haben dann nach einem Jahr aber diverse Tests gemacht und so wurde der Gendefekt erkannt“, erinnert sie sich zurück. Mit Physiotherapie, Frühförderung, orthopädischen Schuhen und regelmäßigen Wachstumskontrollen soll die Entwicklung von Melissa nun gefördert werden. Damit gehen natürlich große, auch finanzielle Belastungen für die Familie einher.

Ein großer Wunsch für Natalie und ihre Tochter ist die Anschaffung eines augengesteuerten Computers. Dieser ermöglicht ihr die Kommunikation und kann auch zum Spielen verwendet werden. Empfohlen wurde das Gerät von einer Logopädin. „Die Logopädin hat gemeint, Melissa ist so ein kluges Mädchen, wir sollen unbedingt versuchen, so einen Computer zu kaufen“, schildert Natalie Menk.

Um die Anschaffung des 27.000 Euro teuren Gerätes zu ermöglichen, wurde vor Kurzem ein Spendenaufruf gestartet. Unterstützung erhielten die kleine Melissa und Natalie – sie ist gebürtige Euratsfelderin – unter anderem bereits von der ÖVP Euratsfeld. Diese stellte sich mit einer 1.000-Euro-Spende ein.

„Als wir den Aufruf gesehen haben, war uns sofort klar, dass wir das unterstützen wollen. Unser Beitrag ist nur ein kleiner Baustein und wir wollen auch in unserer Parteizeitung auf die Spendenaktion hinweisen. In einer Zeit in der es immer mehr zu gegenseitigen Anfeindungen kommt, wollen wir mit diesem solidarischen Beitrag die Stimmung in eine andere Richtung treiben“, erklärt ÖVP-Gemeindeparteiobmann Martin Gabler. Gerade vor Weihnachten solle man nämlich wieder mehr auf das Miteinander achten. Ortschef Johann Weingartner ergänzt: „Es ist wichtig, Familien, bei denen es solche Vorkommnisse gibt, zu unterstützen. Man steht in solchen Fällen vor hohen Kosten. Wir wollen hier helfen, den Alltag zu erleichtern.“

Dankbar zeigt sich neben Natalie auch Melissas Großvater Gerhard Menk. Er berichtet davon, dass es bereits in den vergangenen Wochen zu einer breiten Unterstützungswelle kam. „Dafür wollen wir uns herzlich bedanken.“