"Das Mostviertel ist eine Vorbildregion". Im Frauenberufszentrum gab man einen Überblick über die Arbeitsmarktsituation. Das Augenmerk galt vor allem den Frauen.

Von Peter Führer. Erstellt am 05. Juni 2019 (12:06)
Peter Führer
Bei der Pressekonferenz berichteten zwei „Testimonials“ von ihren positiven Erfahrungen bei der Qualifizierung und Frauenförderung. Lisa Watschka (19, 2. von links) macht derzeit bei der Firma Welser Profile eine Lehre als Spannungstechnikerin, Tumanjan Tadevik (41, 3. von links) macht eine Lehre bei Gartengestaltung Starkl. Beide dankten den Unternehmen und den Organisationen für die Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche. Auch AMS Landesgeschäftsführer Sven Hergovich (links), Landesrat Martin Eichtinger (2. von rechts) und Günther Widy (Sozialministeriumservice) freuen sich über den Arbeitsmarkterfolg der beiden Damen.

„Frauenpower am regionalen Arbeitsmarkt“ hieß es bei einer Pressekonferenz im Frauenberufszentrum. Dabei beleuchteten Landesrat Martin Eichtinger, Sven Hergovich (Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservices – AMS – Niederösterreich) und Günther Widy vom Sozialministeriumservice (SMS) die Arbeitsmarktlage im Mostviertel.

Landesrat Eichtinger verwies auf erfolgreiche Aktionen wie „HTL-4-girls“ und den „Girls Day“. Bei diesem gaben sechs Unternehmen im Bezirk Amstetten Mädchen die Möglichkeit, Einblicke in technische und handwerkliche Berufe zu erhalten. „Viele Frauen konzentrieren sich zwar noch auf Lehren im Einzelhandel oder als Frisörin, es gibt aber immer mehr Mädchen, die auch technische Berufe ergreifen. Das wollen wir weiter fördern“, so Eichtinger.

Eine Säule sei das Netzwerk Bildungsberatung NÖ. Heuer wurden bereits 2.585 Frauen in ganz Niederösterreich beraten und informiert, davon 268 alleine in der Region Mostviertel.

Massiver Ausbau der Betreuungsangebote

Wichtig sei es, durch individuelle Förderangebote von AMS, SMS und Land Niederösterreich zu unterstützen. Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sieht das Land Niederösterreich im blau-gelben Familienpaket einen massiven Ausbau der Kinderbetreuungsangebote vor. „Dafür haben wir als Landesregierung erst im Mai Finanzmittel von mehr als 5 Millionen Euro beschlossen“, führt Eichtinger aus.

AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich informierte, dass die Arbeitsmarktentwicklung positiv sei und ging auf Merkmale des Mostviertler Arbeitsmarktes ein. „Das Mostviertel ist auch österreichweit gesehen eine Vorbildregion und hat eine starke industrielle Basis. Entsprechend werden auch gut ausgebildete Arbeitskräfte gesucht. Allerdings kann im Mostviertel beinahe jede zweite jobsuchende Frau nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss vorweisen. Das AMS setzt daher auf dynamische Vermittlung und das Angebot an jobsuchende Frauen, mit unserer Unterstützung in eine solide und zukunftsträchtige Ausbildung zu investieren.“

Man plane, heuer 13,3 Millionen Euro an Förderungen für jobsuchende Mostvertlerinnen zu bewilligen. Mehr als die Hälfte (7,5 Millionen Euro) entfallen davon auf Qualifizierungsangebote.

Für das Sozialministeriumservice verwies Günther Widy darauf, dass man bei Initiativen wie „AusBildung bis 18“ im Jugendcoaching und bei den Produktionsschulen dabei ansetze, weibliche Jugendliche für nicht typische Frauenberufe zu begeistern.