Wirt und Gast wieder vereint im Bezirk Amstetten. Kundenfrequenz lässt viele Wirte positiv Bilanz ziehen. Veranstaltungen und Mitarbeitersuche als Herausforderungen.

Von Peter Führer. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:31)
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Alex Taschl vom Café Schonzeit zeigt sich zufrieden mit der Kundenfrequenz. Er übernahm das Lokal Anfang Mai von Walter Taschl und zieht als Quereinsteiger eine erfolgreiche Zwischenbilanz.
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Die Frage, wie es in den kommenden Wochen und Monaten weitergeht, beschäftigt viele Gastronomen. Anlässlich der Delta-Variante gibt es viel Unsicherheit über drohende Einschränkungen oder möglicherweise ausbleibende, angekündigte Lockerungen der Covid-Regelungen. Dennoch gibt es momentan viel positive Stimmung. Seit der Öffnung im Mai freut sich etwa das Café Schonzeit über viel Andrang.

„Wir haben am 19. Mai wieder aufgesperrt und vom ersten Tag an hat es wieder super gepasst. Es waren viele Stammgäste da und auch neue Gäste sind dazugekommen“, berichtet Betreiber Alex Taschl.

Er hat das Lokal neben der Bundesstraße beim Trachtenhaus Pressl Anfang Mai von Walter Taschl übernommen. Die Wiedereröffnung erfolgte dann 19 Tage später, nach einer Einarbeitungsphase. Das Frühstück habe sich etabliert, zu seinen Gästen zählen sowohl ältere als auch jüngere Menschen.

„Es wird weniger über Corona gesprochen, alle sind froh, dass es wieder andere Themen gibt“ Alex Taschl

„Wir sind sehr zufrieden und beschäftigen mittags jetzt sogar noch eine weitere Kellnerin. Es wird weniger über Corona gesprochen, alle sind froh, dass es wieder andere Themen gibt“, sagt Taschl. Ein Vorteil bei der Mitarbeitersuche sei übrigens gewesen, dass man ab Samstagnachmittag und Sonntag geschlossen habe. Die Sperrstunden-Regelung, stelle kein Thema dar, das Schonzeit schließt ohnehin um 19.30 Uhr. Die 3-G-Kontrollen würden ebenfalls funktionieren. „Wir versuchen, alle Regeln so gut es geht einzuhalten“, unterstreicht Taschl.

„Corona-Maßnahmen sind geringstes Übel“

Über viele Gäste freut sich auch das Landgasthaus Berndl in Krenstetten. „Die Kundenfrequenz ist bei uns sehr gut. Die Gäste sind sehr froh und dankbar, dass man wieder ins Wirtshaus gehen kann, um gut zu speisen und zu trinken. Ich glaube, die Gastronomen freuen sich, dass sie offen haben dürfen. Da sind die Corona-Maßnahmen das geringste Übel“, schildert Herbert Berndl.

Es habe aber in den vergangenen Monaten negative Auswirkungen gegeben. So musste das Landgasthaus aufgrund der begrenzten Gästeanzahl auch einige Veranstaltungen absagen. So sei es auch vielen anderen Gastronomen ergangen.

Eine Herausforderung, von der viele Wirte und auch das Landgasthaus Berndl berichten, ist die schwierige Suche nach Personal. Die Gründe dafür kann sich Herbert Berndl nicht erklären. Kein Problem ist dagegen die Überprüfung der 3-G-Regeln. „Wir nehmen das sehr ernst. Unsere Gratis-Tests vor Ort werden in ein paar Wochen auslaufen und wer dann die 3-G-Regel nicht befolgt, darf unser Gasthaus nicht betreten. Das hört sich zwar sehr hart an, aber wir müssen die Regeln einhalten, sodass wir einen weiteren Lockdown verhindern“, führt Berndl aus.

Zum Feiern geht man gerne ins Gasthaus

Fast Normalbetrieb gibt es – bis auf die 3-G-Regeln – auch beim Gasthaus Moser in Stephanshart. Feiern und das Geschäft am Wochenende laufen sehr gut, auch die Mittagsmenüs unter der Woche werden gut angenommen, berichtet Werner Moser junior. Fehlen würde hingegen Laufkundschaft unter der Woche, die vielleicht auf ein Getränk kommt. Und: Sollten Verschärfungen kommen, werde es wieder sehr mühsam, alles umzusetzen.

„Wir haben dann natürlich wieder mehr Aufwand gegen weniger Gäste und weniger Umsatz“, weiß der Gastronom. In der Vergangenheit haben auch Veranstaltungsabsagen geschmerzt. Insbesondere die Absage der Wildbretwochen im Vorjahr. Diese gehen immer ab Anfang November über die Bühne.

„Da war natürlich schon alles vorbereitet und auch Werbung war schon verschickt. Das hat uns einiges an Geld gekostet und plötzlich hieß es, wir müssen ab 2. November schließen“, erinnert sich Moser an die schwierige Zeit zurück. Dazu kam, dass das ganze Wildfleisch bereits eingekauft war. Der Wirt zeigte sich erfinderisch.

„Wir haben dann einfach die Wilbretwochen als Take- away angeboten und es wurde hervorragend angenommen, wir sind auf keinen Lebensmitteln sitzen geblieben. Danke nochmals allen Gästen, die das so toll angenommen haben“, sagt Moser. Planungen für Veranstaltungen im Herbst und Winter seien momentan aber schwierig.

Immerhin betreffe der Personalmangel seinen Familienbetrieb mit nur zwei Fixangestellten weniger hart, als andere in der Branche. „Wenn man sich umhört, ist die Lage dramatisch. Das sollte uns zu denken geben“, betont Moser. Relativ problemlos läuft es in seinem Gasthaus mit der Kontrolle der 3-G-Regel. „Wir kontrollieren jeden und mittlerweile sind 90 Prozent unserer Gäste geimpft.“

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