Amstetten , St. Valentin

Erstellt am 13. November 2018, 04:19

von Hermann Knapp

Warnstreiks im Bezirk Amstetten. Produktionsgewerkschaft macht ernst. Ab Montag starten in etlichen Firmen erste Kampfmaßnahmen.

Schon in der Vorwoche fand in der Firma Engel in St. Valentin eine Betriebsversammlung statt. Diese Woche könnte es zu Wanrstreiks kommen.  |  privat

Nachdem auch die fünfte Verhandlungsrunde am Donnerstag erfolglos abgebrochen wurde, macht die Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) Ernst. Ab Montag wird es in Betrieben, deren Belegschaft zum Fachverband Metalltechnikindustrie (FMTI) gehört, Warnstreiks geben (insgesamt gibt es ja fünf Fachverbände, die alle gesondert verhandeln). „

Im Bezirk sind das zum Beispiel die Firmen Böhler precision strip, Engel, Ochsner, Forster-Metallbau und auch Lisec“, berichtet der Sekretär der Produktionsgewerkschaft für die Bezirk Amstetten, Melk und Scheibbs, Christian Pichler. Zumindest in einigen dieser Unternehmen will die Gewerkschaft Betriebsversammlungen einberufen, die dann in einen zwei bis dreistündigen Warnstreik übergehen, der dann abgebrochen wird.

„Lassen uns nicht auseinanderdividieren“

Dass die Unternehmerseite nun offenbar eine freiwillige Lohn-/Gehaltserhöhung von 2,7 Prozent überlegt, geht für Pichler gar nicht. „Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren und auch nicht mit einem Prozentsatz abspeisen, der den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht entspricht!“ Der Gewerkschaftssekretär ortet in diesem Vorgehen den Versuch, die fünf Fachverbände der Metalindustrie auseinanderzudividieren und damit den großen Kollektivvertrag der Metallindustrie zu zerschlagen.

Die Gewerkschaft fordert ja fünf Prozent Lohnerhöhung, eine Erhöhung der Lehrlingsentschädigung, eine leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche und anderes mehr. „Sehr wichtig ist uns angesichts des von der Regierung beschlossenen 12-Stunden-Tages auch eine klare, rechtssichere, branchen- und praxisgerechte Gewährleistung des Freiwilligkeitsprinzips bei Überstunden“, betont Pichler.

Die PRO-GE in den Bezirken Amstetten, Melk und Scheibbs ist mit 8.800 Mitgliedern (davon sind die meisten im Metallbereich tätig) die stärkste in NÖ. Nun lässt sie ihre Muskeln spielen. „Ziel der Warnstreiks ist es, dass die Arbeitgeber mit einem abschlussfähigen Angebot an den Verhandlungstisch zurückkehren“, erklärt Pichler.

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