Hausmenings Bürger wollen einen flexiblen Saal. Diskussion über Zukunft des Stadtsaals in Hausmening brachte klares Ergebnis. Stadt will nun mit Vereinen Konzept für Neubau entwickeln.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 19. Februar 2019 (04:09)
Hermann Knapp
Zahlreiche Bewohner der Ortsteile Hausmening, Ulmerfeld und Neufurth kamen am Mittwoch der Vorwoche in den Stadtsaal um sich über die Zukunft des Stadtsaal zu informieren. Vor allem die Vereinsvertreter plädierten dafür, dass auch künftig ein Saal für 300 bis 400 Personen zur Verfügung stehen müsse, andernfalls sehen manche sogar die Exitenz ihres Vereines bedroht.

„Wir brauchen einen Stadtsaal in flexibler Bauweise mit vielen verschiedenen Räumen und Nutzungsmöglichkeiten“, brachte am Mittwochabend gleich eine der ersten Bürgerinnen, die sich zu Wort meldete, auf den Punkt, was sich letztlich als Anliegen der Bevölkerung und der Vereine herauskristallisierte. Ortsvorsteher Egon Brandl hatte eingeladen, über die Zukunft des Stadtsaales, des Bauhofes und der Ortsvorstehung zu diskutieren. Und das Interesse war überwältigend.

Ein paar hundert Leute kamen um sich zu informieren und auch ihre Meinung kundzutun. „Ich bin seit 20 Jahren Ortsvorsteher und habe es mir zur Prämisse gemacht, dass ich bei wichtigen Entscheidungen die Bevölkerung einbeziehe. Das halte ich natürlich auch bei der Problematik Stadtsaal so, die mir schon seit Jahren im Magen liegt. Es ist mir wichtig, gemeinsam eine gute Lösung zu finden“, eröffnete Brandl den Abend.

Bauhof soll auf der Landeswiese entstehen

In Sachen Bauhof (jener in Hausmeming hat ja hohen Sanierungs- und Ausbaubedarf, was am jetzigen Standort aber nicht möglich ist) waren sich alle Anwesenden im Grunde einig: Es soll auf der Landeswiese ein gemeinsamer Bauhof für die Ortsteile Hausmeming und Mauer errichtet werden.

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Vizebürgermeister Michael Wiesner berichtete von den Verhandlungen über den Kauf der Landeswiese.

Das Problem dabei: Die Stadt hat bisher vergeblich versucht, vom Land den benötigten Grund dafür zu erwerben. „Wir haben uns zwar an der Ausschreibung beteiligt, aber die Zusatzbedingungen konnten wir nicht erfüllen“, berichtete Vizebürgermeister Michael Wiesner.

Das Land habe verlangt, den Bau innerhalb von zwei Jahren abzuschließen, andernfalls hätte die Stadt eine Konventionalstrafe in Höhe von 100 Prozent des Kaufpreises zahlen müssen. „Dem zuzustimmen wäre verantwortungslos gewesen“, sagt Wiesner. Nun wird das Land den Grund aber erneut zum Kauf ausschreiben – ohne derartige Nebenbedingungen – und die Stadt wird erneut bieten.

Auch auf die Frage ob die Ortsvorstehung im Falle eines Neubaus des Stadtsaals auf dieses Areal übersiedeln soll, fiel die Antwort klar aus: Die Bürger wünschen sich, dass sie dort bleibt, wo sie derzeit ist – direkt an der Hauptstraße und leicht erreichbar.

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Ortsvorsteher Egon Brandl setzt auf Bürgerbeteiligung

Hauptsächlich drehte sich die Diskussion an diesem Mittwochabend um den Stadtsaal und da plädierten vor allem die Vereinsvertreter dafür, dass er in der derzeitigen Größe für den Ortsteil erhalten bleiben müsse – auch im Falle eines Neubaus.

Den Reigen eröffnete Stephan Eder von den Ulkkids „Wir nutzen den Saal seit Jahren und für uns ist es eine Existenzfrage, dass wir ihn auch künftig in dieser Größe zur Verfügung haben. Schon jetzt können wir nicht alles aufbauen, was wir theatermäßig benötigen würden.“

Auch für die Naturfreunde ist der Erhalt des Saales in der derzeitigen Größe eine „Existenzfrage“, denn woanders könne man den Wintersport- und den Fahrradbasar nicht abhalten. Zudem nutze man Räume im Gebäude, um Equipement für den Skikurs, aber zum Beispiel auch der Fotogruppe zu lagern.

Heinz Gröbl von den Kinderfreunden betonte, dass ein Ortsteil mit fast 5.000 Bewohnern einen Stadtsaal in der derzeitigen Größe einfach brauche. Die Kinderfreunde halten im Saal ihren Kindermaskenball mit 300 bis 350 Besuchern ab.

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Alfred Benesch führte durch die Diskussion, die sehr ruhig und diszipliniert verlief.

Gröbl kritisierte vor allem die Mietkosten des von den Am stettner Veranstaltungsbetrieben verwalteten Gebäudes. „Wenn man für einen halben Tag fast 500 Euro zahlt und man ihn besenrein wieder übergeben muss, aber im ganzen Haus nicht einmal ein Besen vorhanden ist, dann muss man sich nicht wundern, wenn der Saal wenig genutzt wird.“

Vertreter des Laufclubs Neufurth und des ASK sprachen sich ebenfalls für den Erhalt des Stadtsaales in der derzeitigen Größe aus, wobei dieser für die Vereine aber auch leistbar sein müsse.

Wiesner versicherte daraufhin, dass die Verwaltung künftig in der Hand der Ortsvorstehung liegen werde, und er wies auch auf vorhandene Förderungen der Stadt für Vereine bei der Saalnutzung hin.

Vereine müssen den Saal auch nutzen

Bürgermeisterin Ursula Puchebner betonte, dass sie eine Sanierung des Stadtsaales aufgrund der desolaten Bausubstanz für unmöglich halte. „Ich nehme mit, dass man sich einen Saal für 300 bis 400 Leute wünscht, der sehr flexibel und auch teilbar sein soll, und dass es viele Interessenten gibt, die sich bei einem Projekt einbringen würden.“

Eine Voraussetzung für einen etwaigen Neubau ist für Puchebner, dass sich die Zahl der Veranstaltungen im Saal, derzeit sind es etwa 25, verdopple. Da seien natürlich dann die Vereine gefragt, die sich auch verpflichten müssten, den neuen Saal zu nutzen.

„Ich denke aber, dass wir gemeinsam ein bedarfs- und bedürfnisorientiertes Projekt zustande bringen können, das einen guten Nutzungsmix garantiert, vom Kulturevent über Vereinsveranstaltungen bis hin zu sportlichen Aktivitäten“, ist die Stadtchefin zuversichtlich. Die Kosten für ein Saal-Projekt schätzt sie auf rund sieben Millionen Euro.

Um ein solches Projekt zu finanzieren, wurde am Mittwoch auch eine Kombination mit Büroräumen im Obergeschoß angedacht, um Einnahmen zu lukrieren. Vor allem die Jugend im Ort wünscht sich Räumlichkeiten, die man für Feiern mit 50 Personen aufwärts zu einem erschwingbaren Preis mieten kann. „Denn schließlich gibt es hier ja sehr viele Leute, die einmal im Jahr Geburtstag haben“, bemerkte eine junge Diskussionsteilnehmerin sehr treffend!