Euratsfelds Amtsleiter: „Wichtig ist Freude an der Tätigkeit“

Erstellt am 22. Mai 2022 | 06:39
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Amtsleiter Leopold Koblinger blickt auf eine langjährige Tätigkeit im Euratsfelder Gemeindeamt zurück. Nun befindet er sich im Ruhestand.
Foto: Führer
Euratsfelds Amtsleiter Leopold Koblinger trat mit 1. Mai in den Ruhestand. Im NÖN-Gespräch blickt er auf seine Tätigkeit zurück und schildert die Highlights und Herausforderungen.

NÖN: Mit 1. Mai gingen Sie in den Ruhestand. Wie blicken sie auf Ihre langjährige Tätigkeit im Gemeindeamt zurück?

Leopold Koblinger: Die Gemeindepolitik hat mich immer interessiert. Ich war ab 1985 ja auch im Gemeinderat und habe kurze Zeit später beruflich auf der Gemeinde angefangen. Wichtig ist, dass man Freude an der Tätigkeit hat, dann kann man auch mehr leisten. Das heißt als Amtsleiter aber auch, dass man nicht am Freitag um 17 Uhr aufhört und am Montag wieder anfängt. Man ist auch am Wochenende bei Veranstaltungen und immer wieder Ansprechpartner für die Bevölkerung.

Worauf kommt es bei der Arbeit als Amtsleiter aus Ihrer Sicht besonders an?

Koblinger: Ganz wichtig ist das Betriebsklima mit den Mitarbeitern. Dass sie froh sind, wenn man da ist und nicht, wenn man nicht da ist. Wichtig ist auch, dass man die politischen Entscheidungsträger unterstützt und darauf achtet, dass die gesetzlichen Regelungen eingehalten werden. Auch ein vorsichtiges Budgetieren ist zentral. Das haben wir auch gemacht, so konnten wir in meiner Zeit als Amtsleiter den Schuldenstand um 1,5 Millionen Euro reduzieren. Und nicht zuletzt ist es entscheidend, eine bürgerfreundliche Verwaltung zu haben. Was man dabei nicht vergessen darf: Etwas, das für die Gemeinde von außen betrachtet eine Kleinigkeit ist, kann für den Bürger ein großes Problem darstellen. Als Amtsleiter muss man bei manchen Fällen aber auch den Mut haben, zu sagen, ‚Nein, das geht einfach nicht‘.

Wie hat sich die Verwaltung gewandelt?

Koblinger : Durch die EDV ist es nicht unbedingt leichter geworden. Die Tätitgkeiten sind umfangreicher, etwa durch die übergeordneten Register und Meldesysteme und auch der Datenschutz spielt eine große Rolle. Es gibt viele Herausforderungen, die Verwaltung wird nicht einfacher.

Gibt es Ereignisse oder Projekte, die Ihnen in besonderer Erinnerung sind?

Koblinger : Sicher Projekte wie der Neubau der Fußballanlage, der Tennisanlage, der Bau des Nahversorgers, der neue Ortsplatz sowie das Pfarrgemeindezentrum. Mit dem Neu- und Umbau des Gemeindeamtes haben wir außerdem einen wunderbaren Arbeitsplatz und für die Bevölkerung eine barrierefreie und anständige Servicestelle errichtet. Interessant waren auch die 1.500 Bauverhandlungen, bei denen ich involviert war. In den letzten 70 Jahren wurden außerdem etwa 70 Baugründe aufgeschlossen. Ein Highlight war, als ich 2008 mit dem geschäftsführenden Gemeinderat Josef Hahn Festobmann von 850 Jahre Euratsfeld sein konnte.

Wie hat die Zusammenarbeit mit den politischen Vertretern funktioniert?

Koblinger: Die Zusammenarbeit, etwa mit Bürgermeister Johann Weingartner, war natürlich immer intensiv. Eine gute Zusammenarbeit ist wichtig. Es hat auch geholfen, dass wir immer politisch stabile Verhältnisse gehabt haben und kein Hick-Hack. Vernünftige Ideen waren und sind aber immer gefragt. Erfreulich ist auch, dass bei der Durchführung der Wahlen, zum Beispiel sieben Gemeinderatswahlen, immer alles funktioniert hat.

Jetzt im Ruhestand – wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Koblinger : In gewisser Art und Weise bleibe ich der Gemeinde erhalten. So helfe ich beim Auf- und Ausbau des Gemeindearchivs mit. Da gibt es einiges aufzuarbeiten, wo meine dreieinhalb Jahrzehnte lange Erfahrung vielleicht helfen kann.